Aug02
Was bringt die neue De-Mail?
Privat und beruflich tauschen sich die meisten Menschen mittlerweile hauptsächlich per E-Mail aus. Das moderne Kommunikationsmittel ist über die letzten Jahre hochoffiziell geworden. Viele große Unternehmen bevorzugen sogar schon Online-Bewerbungen gegenüber den guten alten Bewerbungsmappen, weil es Arbeit und Ressourcen spart. Fast jeder Bürger hat eine E-Mail Adresse und der Großteil der Bevölkerung prüft den E-Mail Posteingang häufiger als den Inhalt des Briefkastens…
Diese ungemeine Verbreitung, die schnelle Übertragung und die Unkompliziertheit des Mediums E-Mail haben nun (endlich) auch die Behörden erkannt und wollen die Vorteile des modernen Kommunikationsmittels ebenfalls nutzen. Doch was viele “Durchschnitts”-Internetnutzer nicht weiter stört, beschäftigt die deutsche Bundesregierung bei ihrem Vorhaben aber gewaltig: E-Mails und andere Daten, die über das Internet versendet werden, können leicht von Dritten eingesehen werden! Rechtssicherheit und Vertraulichkeit kann ein gewöhnlicher E-Mail Anbieter nicht bieten. Für wichtige Mitteilungen von Ämtern oder gar der Regierung sind normale E-Mails also unbrauchbar. Hier soll das Konzept De-Mail helfen: rechtssichere Zustellungen auf elektronischem Weg sind das Ziel. Doch wie funktioniert der neue Service eigentlich?
Das wichtigste ist die Verschlüsselung. Alle De-Mails werden sofort verschlüsselt, um den Einblick und die Einflussnahme Dritter zu verhindern. Dabei kann der Absender aus verschiedenen Versandarten wählen:
- De-Mail: Die einfache De-Mail lässt sich genauso wie ein normaler E-Mail Account nutzen. Da jedoch alle Teilnehmer bei der Anmeldung ihre Identität mittels Personalausweis oder Reisepass bestätigen müssen und jede Nachricht vor dem Versand per SSL verschlüsselt wird, sollen Vertraulichkeit und Rechtsverbindlichkeit garantiert sein.
- De-Mail Einschreiben: Beim elektronischen Einschreiben wird dem Absender noch einmal extra bestätigt, dass er die De-Mail versandt hat und er wird außerdem darüber informiert, wann sie im Posteingang des Adressaten angekommen ist.
- Absender bestätigt: Diese Form der De-Mail hat ein besonders starkes Authentifizierungsverfahren. Sobald der Adressat die Nachricht erhalten hat, sendet er eine elektronische Signatur an den Absender und bestätigt so seine Identität. So hat der Absender absolute Sicherheit, dass die wichtige Nachricht angekommen ist und dass der Empfänger die richtige Person ist.
- Hybridmail: Bei der Hybridmail übernimmt der De-Mail Anbieter den Druck, die Kuvertierung und die postalische Zustellung der Nachricht. Die Nutzer sparen so Zeit, Aufwand und Material, denn der Brief-Versand wird ja komplett vom Computer aus erledigt.
Damit die sicher zugestellten Nachrichten auch dauerhaft und ebenso sicher gespeichert werden können, sollen so genannte “Dokumentensafes” genutzt werden. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und Vorkehrungen der Anbieter bleibt allerdings immer ein gewisses Restrisiko bestehen, zum Beispiel dass es durch technische Fehler zu einem Datenverlust kommt. Eine externe Speicherung auf einer DVD oder in nicht-digitalisierter Form (sprich ausgedruckt) ist daher bei besonders wichtigen Dokumenten weiterhin sinnvoll.
Wie Golem vor einigen Tagen berichtete, haben Datenschutzexperten auch bezüglich der Verschlüsselungs-Sicherheit Bedenken angemeldet. Damit die De-Mail massentauglich wird und keine individuellen Zertifikate oder Schlüssel auf den Computern der einzelnen Nutzern erforderlich macht, soll sie mit einer Entschlüsselung auf den Anbieterservern arbeiten. Die Nachricht des Absenders wird also verschlüsselt an den Server des Anbieters übertragen und dort entschlüsselt, damit sie wiederum neu verschlüsselt an den Empfänger übertragen werden kann. Laut dem Bericht vertraut das Bundesinnenministerium darauf, dass die Server der Anbieter einfacher und besser gesichert werden können als die Computer der Anwender und es somit keine Probleme geben wird.
Bei welchen Anbietern kann man eine De-Mail Adresse bekommen?
Die United Internet AG hat die hohen Nutzerzahlen ihrer einzelnen Marken und Dienste wie zum Beispiel GMX, WEB.DE oder 1&1 gut zu nutzen gewusst und als eines der ersten Unternehmen versucht, ihre Kunden zur Registrierung einer eigenen De-Mail Adresse zu bewegen. Bereits Mitte Juli wurde aus Montabaur vermeldet, dass mehr als 100.000 Anmeldungen eingegangen sind.
Mehr als die Voranmeldung für eine persönliche Adresse ist bei United Internet jedoch bislang nicht drin.
Die Deutsche Post AG ging bei ihrem “Gegenschlag” am 14. Juli gleich den ganzen Weg und fordert ihre Kunden nach der Anmeldung auch schon per Brief auf, die Authentifizierung per Postident vorzunehmen.
Angeblich überlastete der Ansturm zeitweise die Systeme und Postämter, weshalb man neuerdings erst auf einen Freischaltcode warten muss.
Last but not least “mischt” auch die Telekom bei De-Mail mit und bietet ähnlich wie United Internet eine Vorregistrierung an. Allerdings wird dazu eine “normale” T-Online E-Mail Adresse benötigt. Bei Interesse kann man sich jedoch ganz einfach und kostenlos für das “Basic-Postfach” anmelden und im Anschluss die De-Mail Adresse beantragen.
Bis zum offiziellen Start von De-Mail Ende diesen Jahres/Anfang 2011 wird es eventuell noch ein interessantes “Rennen” zwischen den drei Anbietern geben. Um Unternehmenskunden zu gewinnen und sich letztendlich gegen die Konkurrenz durchzusetzen wird es von großer Wichtigkeit sein, möglichst viele Endkunden in der Kundenkartei vorweisen zu können…
Foto: © SXC.hu/Capgros
6 Kommentare zu “Was bringt die neue De-Mail?”
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Anonymous 03 Aug 2010 um 00:10 1
Das ist alles so schrecklich ;/
opolis 03 Aug 2010 um 20:15 2
DE-Mail: Was es alles kann – und auch nicht …
Es gibt schon länger Alternativen, so wie etwa Opolis Secure Mail (http://www.opolis.eu), die mehr können, global anwendbar sind und auch noch gratis sind …
Ausserdem: Bei Opolis entscheidet der Absender, was der Empfänger mit der Nachricht machen darf (weiterleiten, kopieren, ausdrucken)
Interessanter Artikel:
http://www.prlog.org/10834702
Marco 06 Aug 2010 um 13:53 3
Find die de-mail für Vertragsabschlüsse echt praktisch. Auch im Umgang mit den Behörden wird es sicher einiges an Zeit sparen.
ServerManiac 06 Aug 2010 um 23:40 4
Ich find das praktisch. Keine Einschreiben mehr kompliziert zur Post bringen. Kündigen per epost oder demail ist viel angenehmer und frisst nicht so viel Zeit
Lg
ServerManiac
madcow 20 Aug 2010 um 18:39 5
GMX hatte doch auch mal so einen Service – ist aber schon Jahre her. Da konnte man sich den Erhalt der Email per Emaileinschreiben bestätigen lassen. Ist mittlerweile auch eingestellt worden. Ich denke mal da wird noch viel Überzeugungsarbeit nötig sein, damit sich das Konzept durchsetzt.
Gerhard Geyer 24 Aug 2010 um 09:28 6
Wann soll es mit dem E-Postbrief von der Deutschen Post losgehen,
habe mich am 30.07.2010 mit meinem Personalausweis bei der Post
angemeldet aber immer noch keine Nachricht erhalten.
Gerhard Geyer