Alle Beiträge zum Stichwort 'Yahoo'

Neuartige “Open Search” bei Yahoo gestartet

Yahoo öffnet sich und hat die Absicht den Nutzern detailliertere und nützlichere Suchergebnisse zu präsentieren, damit diese ihre Aufgaben effizienter erfüllen und von “noch zu tun” zu “bereits getan” kommen können.

Zugegeben, dieser Einleitungssatz liest sich vielleicht etwas komisch, denn er ist eine Übersetzung aus einem Beitrag im “Yahoo! Search Blog” zur neuen “Open Search“!

Yahoo will gewissermaßen die Suchergebnisse für alle Webseitenbetreiber öffnen. Natürlich kann man auch mit “Open Search” nicht einfach selbst bestimmen, wo seine Webseite in den Suchergebnissen angezeigt wird, aber immerhin wie und mit welchen zusätzlichen Informationen sie in den Suchergebnissen erscheint. Die Betreiber sollen die Möglichkeit bekommen zusätzliche Informationen über ihre Webseite an Yahoo zu übermitteln, die dann in den Suchergebnissen anstatt der üblichen simplen Informationen wie Titel, Beschreibung und URL angezeigt werden. Laut Yahoo können so endlich die großen Mengen an Daten und Informationen die in Webseiten stecken/versteckt sind, den Nutzern auf einen Blick deutlich und direkt aus den Yahoo Suchergebnissen zugänglich gemacht werden.

Um das bisher nur abstrakt beschriebene zu verdeutlichen, wird im Yahoo Blogbeitrag die Webseite yelp.com als Beispiel herangezogen. Yelp ist eine Webseite für Userbeiträge, wie zum Beispiel Restaurantkritiken. Wenn ein Nutzer nun bei Yahoo nach einem bestimmten Restaurant sucht, könnte Yelp durch die neue “Open Search” dem Nutzer gleich in den Suchergebnissen die Bewertung, Adresse und Preisklasse dieses Restaurants, sowie Deeplinks zu Fotos und ausführlichen Berichten präsentieren. Das könnte dann im Vergleich zu einem normalen Suchergebnis:

Yahoo will die Suchergebnisanzeige revolutionieren

in etwa so aussehen:

Die neue Yahoo Open Search

Yahoo glaubt, dass die neue “Open Search” eine klares Win-Win für Webseitenbetreiber, Yahoo und natürlich die Nutzer darstellen wird. Falls letztere dies nicht so sehen sollten, haben sie jederzeit die Möglichkeit “Open Search” abzustellen und sich die Suchergebnisse im alten Stil anzeigen zu lassen.

Yahoo wird dieses Feature heute auf der Searchmarketingexpo, SMX West, vorstellen, aber man kann sich auch für einen speziellen “Open Search”-Newsletter eintragen, um sich über die Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Ganz am Ende des Beitrags im Yahoo! Search Blog wird noch angemerkt, dass Yahoo ebenfalls einige andere Projekte in der “Pipeline” hat, von denen man bald mehr hören wird.

Wired sieht das ganze allerdings nur als reine PR-Maßnahme von Yahoo, um aktuell zur eventuellen Übernahme von Microsoft möglichst viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Mashable hat ebenfalls schon über die letzten Aktivitäten von Yahoo berichtet und sieht das Buzzword “Open” verdächtig oft (fast vierzig Mal) in die Pressemitteilung gestopft.

Here’s a free tip, Yahoo: you’re starting to do some cool and highly relevant things again. Don’t muck it up by using all the wrong lingo and buzzwords in your salesmanship of your cool and relevant things.

Ich persönlich finde die Idee ganz gut und der Versuch sie möglichst bekannt zu machen ist sicherlich auch nicht falsch, allerdings hat Wired ein ziemlich gutes Argument gebracht: Die Darstellung der zusätzlichen Informationen wird sicher nicht genauso hübsch, wie in dem von Yahoo gegebenen (Bild-)Beispiel. Bislang ist nämlich noch unklar wie das ganze genau funktionieren und wie die zusätzlichen Informationen übermittelt werden sollen.

Jetzt kommentieren »Internet

Yahoo nur für Arme, Reiche nutzen Google!?

Google-Nutzer reicher als Yahoo-Nutzer?Die Aussage “Arme nutzen Yahoo, Reiche Google” liest sich erst einmal sehr krass, aber wenn man die Hintergründe kennt, relativiert sich das ganze sehr schnell. Hier also die Erklärung, warum die einkommensschwachen Bürger angeblich eher mit Yahoo suchen:

Laut einer Studie von Hitwise wird Yahoo von jüngeren Surfern stärker genutzt als Google, so weit, so gut und so unspektakulär. Heather Hopkins hat die reinen Altersdaten aber nochmals gegen “Lifestyle”-Daten gecheckt und grafisch dargestellt. Je größer die Punkte/Kreise auf den Achsen des kartesischen Koordinatensystems, desto größer die Tendenz (!), dass die Surfer mehr als 500 US$ (!) online ausgegeben haben…

Die grafische Darstellung ist, vereinfacht gesagt, ein Quadrat, welches in vier Teile/kleine Quadrate unterteilt ist. Unten rechts (x-Achse) sind die Google-Nutzer abgebildet, oben links (y-Achse) die Yahoo-Nutzer. Im vierten Quadranten des Koordinatensystems (unten rechts) finden sich also Gruppen, die bevorzugt Google nutzen, wie zum Beispiel die “wohlhabenden Vorstädter” (affluent suburbia) oder die “vornehmen Amerikaner” (upscale America). Die Kreise sind ziemlich groß, entsprechend der Wahrscheinlichkeit, dass diese Nutzer schon mal für 500 US-Doller und mehr online eingekauft haben.

Im zweiten Quadranten (links oben) dagegen, der die Yahoo-Nutzer repräsentiert, fallen hauptsächlich drei kleinere Kreise ins Auge, die die “sich abmühenden Gesellschaften” (struggling societies), die “(Fabrik-)Arbeiter” (blue collar backbone) und die “abgeschiedenen Amerikaner” (remote America) darstellen…

Techcrunch.com hat diese Studie aufgegriffen und mit ähnlichem Titel veröffentlicht (Poor People More Likely Use Yahoo, Those Better Off To Use Google). Der Autor, Duncan Riley, hat am Ende des Beitrags das scherzhaft gemeinte Statement abgegeben, dass sich mit dieser Studie wohl das Rätsel um Yahoo erklären lässt.

Obwohl Yahoo bei der Suche nur die weit abgeschlagene Nummer zwei ist, muss sich Google beim Traffic dennoch geschlagen geben. Normalerweise könnte man ja annehmen, dass Yahoo aus diesem Grund trotzdem ähnliche Ergebnisse bringt (ähnlich gut konvertiert) wie Google, was aber nicht der Fall ist. Duncan Riley ließ sich nun dazu hinreißen, dies mit der Studie zu verknüpfen und schrieb, dass die schlechteren Erträge von Yahoo-Traffic wohl auf die ärmeren Nutzer zurückzuführen wären

Der erste Kommentar fiel auch gleich entsprechend extrem aus:

Yahoo = trailer trash

(Übersetzung: trailer trash [sl.] = Abschaum)

Klar, dass das nicht lange gut gehen konnte und sich auch einige Leute finden würden, die sich von dieser Studie und den bisher getroffenen Aussagen angegriffen fühlen würden…

irresponsible journalism used to get people fired…techcrunch is getting more and more like fuckedcompany in the day…a complete waste of braincells.

Inzwischen gibt es ein Update zum Beitrag in dem klar gestellt wird, dass die Zahlen der Studie selbstverständlich nicht absolut sind und natürlich auch Reiche Yahoo nutzen und umgekehrt. Duncan Riley schreibt, dass er mit der Analyse der Studie und der Zahlen niemanden diskriminieren wollte, sondern lediglich die Daten nutzen wollte, um Märkte besser zu verstehen.

All data is good if it helps us understand markets and in this case the user base on two of the largest internet companies there is.

Meiner Meinung nach wird sofort deutlich, dass die Studie nicht aussagekräftig sein kann, wenn man bei Hitwise liest, dass es lediglich um Tendenzen in bestimmten Gruppen geht, 500 oder mehr US-Dollar beim Online-Shopping ausgegeben zu haben. Natürlich ruft es ein komisches Gefühl hervor wenn man liest, dass Yahoo eher von armen Menschen genutzt wird und Google von Reichen. Der erste Impuls veranlasst einen normalerweise seine Gewohnheiten und Vorlieben zu überdenken und wenn man zu den, so unfreundlich und ausdrücklich als “arm” im negativen Sinne, bezeichneten Yahoo-Nutzern zählt, ärgert einen das selbstverständlich.

In den Kommentaren bei Techchrunch wurden die Daten auch noch nach Kreativität und Technikbegeisterung der Nutzer auszulegen versucht. Was meint ihr dazu? Kann man eine so große Anzahl von Nutzern überhaupt in bestimmte Kategorien einordnen? Ich würde sagen, der große graue Kreis im ersten Quadranten (bedeutet sowohl Google- als auch Yahoo-Nutzung) mit der Bezeichnung “unterschiedliche Lebensstile” (varying lifestyles) spricht Bände…

1 Kommentar »Internet, Kurios