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Merkel Podcast gegen Raubkopien

In der neusten Folge des Podcasts unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel geht es um “illegale Raubkopien aus dem Internet“, denn gestern war “Tag des geistigen Eigentums”. Anlass für ihre “Videobotschaft” war anscheinend ein offener Brief von über 200 “prominenten” Künstlern, unter anderem haben Tokio Hotel, Herbert Grönemeyer, Thomas Quasthoff, Bernd Eichinger und Til Schweiger unterzeichnet. Über die restlichen 195 prominenten Künstler erfährt man in der Meldung der Tagesschau leider nichts.

Angela Merkel zeigte jedenfalls Verständnis für die Bitte, “den Schutz kultureller Produkte in der digitalen Welt zur Chefsache zu machen”. Es wurde abermals hervorgehoben, dass Raubkopien kein Kavaliersdelikt sind. Allerdings stellt sich die Frage, ob Frau Merkel wirklich verstanden hat wobei es beim Herunterladen von illegalen Raubkopien eigentlich geht. Ab Minute 2:26 tut sie nämlich folgendes kund:

Bestimmte Dinge können wir national alleine nicht lösen. Deshalb müssen wir dies im internationalen Rahmen machen, denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, vor der nationale Grenzen nicht schützen können.

Die gesamte Rede ist hier nachzulesen. Ich will keinesfalls auf Kleinigkeiten herumreiten, aber Computer kann und wird man nicht herunterladen können und deshalb hätte ich so eine Aussage nie in einer Videobotschaft der Bundeskanzlerin stehengelassen oder überhaupt erst veröffentlicht. Angesichts der Meldungen über Kosten im fünfstelligen Bereich pro Folge, dürfte man eigentlich erwarten, dass Frau Merkel kompetente Berater zur Seite stehen, die Pannen dieser Art verhindern könnten.

Zum Schluss aber noch etwas Erfreuliches: Laut der Tagesschau wird die Forderung der Künstler ebenfalls vom Bundesverband Musikindustrie, dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Gema unterstützt. Erstaunlicherweise verweisen die eben genannten auf Initiativen in Frankreich und England, wo Internetnutzer zuerst Warnhinweise bekommen, wenn sie durch Urheberrechtsverletzungen auffallen. Falls die Warnungen nicht beachtet werden, ist die nächste Maßnahme eine befristete Sperre des Internetanschlusses. Falls das tatsächlich so besteht und gehandhabt wird, finde ich dies wirklich sehr gut und viel vernünftiger als das Vorgehen hier in Deutschland.

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