phplist AlternativeDas kostenlose Open Source Newsletter Tool phpList wird häufig als eine der ersten Lösungen genannt, wenn es um Aufbau und Verwaltung einer Mailingliste sowie den Versand von Newslettern geht. Es ist in PHP geschrieben, arbeitet mit einer MySQL Datenbank und bringt alle Vorraussetzungen mit, um eine große Empfängerliste von Anmeldungen mit „Double-Opt-In“ und Datenänderungen der Nutzer bis hin zu Abmeldungen zu automatisieren.

Allerdings musste phpList anfangs heruntergeladen und auf einem eigenen Server oder Webspace installiert werden, was einige Grundkenntnisse in diesem Bereich vorraussetzte. Inzwischen gibt es zwar auch eine beim englischen Anbieter phpList Ltd. gehostete „SaaS“ (Software as a Service) Version, doch die ist natürlich mit monatlichen Kosten verbunden, weshalb viele Webmaster immer noch nach kostenlosen oder zumindest günstigeren Alternativen suchen. Hier also eine kleine Übersicht mit Vergleich der einzelnen Alternativen:

Open Source Alternativen zu phpList

OpenEMMEine ebenfalls oft genannte Open Source Newsletter Lösung ist OpenEMM (Open E-Marketing Manager) von der Münchner Agnitas AG. OpenEMM wird auf Sourceforge zum kostenlosen Download angeboten und basiert auf der freien Mozilla Public License (MPL) 1.1. Die letzte Version OpenEMM 2013 (8.10.380.hf13.0.066) ist zwar vom Januar 2013, aber laut der Roadmap ist die erste Beta Version (feature-complete) von OpenEMM 2014 für Oktober 2014 geplant und das Final Release für Dezember 2014.

Der Funktionsumfang von OpenEMM geht sogar noch etwas über das Newsletter-Management und den Newsletter-Versand hinaus, da es zusätzlich noch Elemente aus dem CRM-Bereich (Customer Relationship Management) beinhaltet. Für Beginner problematisch ist allerdings, dass OpenEMM zur Installation root-Rechte benötigt und optimalerweise auf einem Dedicated Server oder zumindest einem Virtual Dedicated Server installiert werden sollte.

Mit der Einrichtung und dem Betrieb von OpenEMM sind also recht hohe Kosten und auch Aufwand verbunden, sodass der Gedanke „Open Source = kostenlos“ lieber ganz schnell wieder verworfen werden sollte.

Sympa mailing list serverSympa ist ebenfalls eine Open Source Mailing List Management (MLM) Software aus Frankreich unter GNU GPL Lizenz. Auf Französisch heißt der Name „nett“ und steht ausgeschrieben für „Systeme de Multi-Postage Automatique“ was übersetzt Automatisches Mailingsystem bedeutet.

Sympa wurde in Perl geschrieben und ist ebenfalls auf die Verwaltung von großen Mailinglisten (über 700.000 Empfänger möglich) ausgelegt. Es besteht die Möglichkeit E-Mails per S/MIME zu signieren und zu verschlüsseln und Sympa bietet vielfältige Authentifizierungsmöglichkeiten, wie LDAP, CAS und Shibboleth.

Weitere Alternativen sind GNU Mailman, Simple Mailing List von NotOneBit, Dada Mail von Justin Simoni (Pro-Version für $74,95), Mlmmj (Mailing List Management Made Joyfu) oder poMMo (letztes Update 2008).

Selbst Versenden oder Versenden lassen?

Certified Senders AllianceMöchte man sich den Aufwand und die Kosten für Einrichtung, Verwaltung und Hosting von phpList und seinen Open Source Alternativen sparen, bieten sich eine Vielzahl von SaaS (Software as a Service) Diensten an, die teilweise sogar komplett kostenlos sind (natürlich nur bis zu begrenzten Empfängerzahlen).

Ich persönlich bin ein großer Fan von SaaS, da ich keine Zeit und Lust habe mich in viele verschiedene Softwarelösungen einzuarbeiten und diese aktuell zu halten. Bei Newsletter-Software kommt nochmal speziell hinzu, dass es leicht ist mit seiner Domain in Spamfilter zu geraten und andererseits schwer ist, selber hohe Zustellungsraten hinzubekommen. Professionelle Versender sollten bei eigenem Versand auf jeden Fall über eine Mitgliedschaft in der „Certified Senders Alliance“ nachdenken.

Als Einzelunternehmer, kleine Firma oder Agentur ist es da bequemer und günstiger auf die neuerdings überall gepriesenen „Cloud-Lösungen“ zurückzugreifen und die Newsletter von Profis versenden zu lassen.

(Kostenlose) SaaS Software-as-a-Service Alternativen zu phpList

MailchimpDie amerikanischen Platzhirsche auf dem SaaS Newsletter Markt sind Aweber, CampaignMonitor, GetResponse und MailChimp. MailChimp ist besonders beliebt, da man damit kostenlos 12.000 Newsletter pro Monat an bis zu 2.000 Empfänger schicken kann. Zur Anmeldung werden nicht mal Zahlungsdaten wie eine Kreditkartennummer oder Ähnliches abgefragt und der kostenlose Account besteht bereits seit mehreren Jahren und soll laut den Informationen auf der Webseite auch für immer kostenlos bleiben.

Einschränkungen sind lediglich die fehlende Autoresponder Funktion und die Versandsteuerung nach Zeitzone der Empfänger. Möchte man größere Listen verwalten oder mehr als 12.000 Mails pro Monat schicken, aber trotzdem keine Grundgebühren zahlen, gibt es bei MailChimp die nützlichen „Pay as you go“ Pakete. Damit kann man Credits für E-Mails kaufen, zum Beispiel 1.000 Credits zu je 3 US-Cent also 30 US-Dollar gesamt.

Je mehr Credits man kauft, desto günstiger wird es natürlich. 25.000 Credits kosten nur 1 US-Cent pro Stück, also 250 US-Dollar. Ab 200.000 Credits beträgt der Preis nur noch 0,5 US-Cent. Die Einlösung, also der Versand der Newsletter, kann natürlich komplett flexibel erfolgen.

Nachteile sind die nicht ganz komplette Übersetzung vom Englischen ins Deutsche, sodass sich zum Beispiel in den Mail-Footern noch englische Begriffe finden können und natürlich, dass man keine deutsche Rechnung mit ausgewiesener Mehrwertsteuer für das Finanzamt bekommt.

Deutsche SaaS Software-as-a-Service Alternativen zu phpList

CleverReachDie Deutsche Alternative zu MailChimp ist CleverReach, denn dort sind 1000 Newsletter pro Monat an bis zu 250 Empfänger ebenfalls komplett kostenlos und es gibt auch zeitlich unbegrenzt nutzbare Prepaid-Tarife.

Das kleinste Prepaid-Paket mit 500 Mails kostet 10 Euro (also 2 Cent pro Mail), ab 1.000 Mails dann nur noch 1,5 Cent pro Mail fällig und ab 75.000 Mails fällt der Preis auf 0,5 Cent.

Auch große Listen mit über 100.000 Empfängern sind für CleverReach kein Problem und es gibt spezielle „High Volume Tarife“, zum Beispiel 300.000 Mails für 395 Euro, 1.000.000 Mails für 630 Euro oder 3.000.000 Mails für 1.365 Euro.

Da es keine Einrichtungsgebühr gibt, kann man CleverReach vollkommen unverbindlich Testen ohne Zahlungsdaten hinterlegen zu müssen. Autoresponder (event- oder anlassbezogene E-Mails bzw. Trigger-Mails) sind jedoch wie bei MailChimp auch erst in den kostenpflichtigen Tarifen nutzbar. Ansonsten werden alle wichtigen Funktionen wie A/B Tests, Bouncemanagement, CSA Whitelisting, detaillierte Performance Reports sowie Integrationen und Plugins für Blog-, Shop- und Content-Management-Systeme geboten.

GraphicMailGraphicMail ist ein weiterer SaaS-Anbieter für E-Mail Marketing mit ähnlichem, aber etwas teurerem Preismodell. Haupt-Unterschied ist, dass es im Gegensatz zu CleverReach, die bei den monatlichen Tarifen kein Sendelimit haben, bei GraphicMail zwischen Mail- oder Empfängeranzahl wählen kann. Hier muss man also entscheiden, ob man eher mehr Mails an weniger Empfänger verschickt, oder eine größere Liste verwalten will, aber weniger oder seltener Mailings versendet.

2.000 Mails pro Monat kosten bei GraphicMail 9,95 Euro, 10.000 Mails 29,95 Euro und 100.000 Mails 249,95 Euro.

Bei den Prepaid-Paketen kostet das kleinste Paket mit 2.000 Credits stolze 49,95 Euro (CleverReach Prepaid: 2.500 Credits = 25 Euro). Außerdem muss man sich bei GraphicMail nach einem kostenlosen Testzeitraum für eins der Pakete entscheiden, da die Testaccounts befristet sind.

Eine Besonderheit bei GraphicMail ist die Möglichkeit E-Mail Marketing mit Mobile Marketing kombinieren zu können, da auch SMS aus dem Interface versendet werden können (ab 6 Cent pro SMS).

Newsletter2GoSMS-Versand bietet auch Newsletter2Go mit Preisen ab 2,7 Cent pro SMS für Deutsche Routen und ab 5,4 Cent für internationalen Versand. Beim E-Mail Versand bietet Newsletter2Go 1.000 Mailings pro Monat kostenlos und es gibt sogar keine Empfängerbegrenzung im Adressbuch!

Somit ist auch bei diesem Anbieter eine unbegrenzte Nutzung ohne Mindestumsatz oder Grundgebühren für Nutzer mit kleinen Listen möglich! Bei den Prepaid-Paketen gibt es 1.000 Emails für 10 Euro, 10.000 Emails für 50 Euro und 100.000 Emails für 350 Euro. Als Abo-Paket kosten 100.000 Emails übrigens nur 270 Euro.

Die Feature-Liste von Newsletter2Go umfasst mit Autorespondern (inkl. Follow-Up und Lifecycle-Mailings), Zeitgesteuerter Versand, CSA Whitelisting, A-B-Split-Tests und Responsive Design fast alles, was man sich heutzutage für zeitgerechtes Newsletter Marketing wünschen kann.

rapidmailLast but not least gibt es mit rapidmail noch einen weiteren Deutschen Anbieter, der weder Einrichtungsgebühren noch monatliche Grundgebühren verlangt. Allerdings sind nur Mailings bis zu 10 Empfängern kostenlos, für größere Listen müssen ansonsten Prepaid-Pakete erworben werden.

Außerdem gibt es einen Mindestbetrag pro Versand von 10 Euro, was 2.000 Empfängern entspricht. Danach werden die Preise bei rapidmail aber etwas günstiger als bei den anderen Anbietern. Versand an 5.000 Empfänger kostet 25 Euro, 50.000 Empfänger 250 Euro, 250.000 Empfänger 625 Euro und 500.000 Empfänger 850 Euro.

Dafür scheint scheint rapidmail von den gebotenen Features nicht so umfangreich zu sein, denn Informationen zu Autorespondern habe ich beispielsweise vergeblich gesucht.

Preisvergleich der SaaS Newsletter Anbieter

AnbieterMails im monatlichen AboPrepaid Mail Pakete
CleverReach1000 Mails an 250 Empfänger 0€
ab 251 Empfängern unbegrenzt Mails:
251 - 500 = 10€
1.001 - 2.500 = 25€
5.001 - 7.500 = 65€
7.501 - 10.000 = 80€
40.001 - 50.000 = 350€
75.001 - 100.000 = 850€
2.500 = 25€
5.000 = 50€
10.000 = 80€
50.000 = 300€
100.000 = 500€
500.000 = 1.500€
1.000.000 = 2.000€
2.000.000 = 2.500€
GraphicMail2.000 = 9,95€
5.000 = 19,95€
10.000 = 29,95€
50.000 = 109,95€
100.000 = 249,95€
200.000 = 399,95€
2.000 = 49,95€
5.000 = 99,95€
10.000 = 179,95€
50.000 = 349,95€
100.000 = 549,95€
Newsletter2Gobis 1.000 kostenlos
5.000 = 20€
10.000 = 40€
50.000 = 150€
100.000 = 270€
500.000 = 480€
1.000.000 = 570€
bis 1.000 kostenlos
5.000 = 30€
10.000 = 50€
50.000 = 220€
100.000 = 350€
500.000 = 1.400€
1.000.000 = 2.240€
rapidmailnur Prepaid Paketemin. 10€ pro Mailing
2.000 = 10€
5.000 = 25€
10.000 = 50€
50.000 = 250€
250.000 = 625€
500.000 = 850€

 

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