Domaintools Whois LookupNormalerweise müssen bei der Registrierung einer Domain einige persönliche Daten des Domaininhabers wie Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse angegeben und bei der Registrierungsstelle wie z.B. der ICANN oder der Denic hinterlegt werden. Diese Daten sind über sogenannte „whois“ Abfragen (englisch für „wer ist“) öffentlich einsehbar. Dies kann zum Beispiel bei technischen Problemen, Rechtsverletzungen oder zur Kontaktaufnahme durchaus sinnvoll sein, führt aber leider auch zu Missbrauch.

Besonders in den USA gibt es zahlreiche Webseitenbetreiber wie zum Beispiel Domaintools die Whois Daten massenhaft auslesen und in eigenen Katalogen veröffentlichen. Durch die Veröffentlichung werden die Daten der Domaininhaber dann auch von Suchmaschinen wie Google, Yahoo, Bing usw. indiziert und so finden sich Name, Anschrift und Telefonnummer bald in den Suchergebnissen. Möchte man dies vermeiden, bleibt zumindest bei com, net, org, info und biz Domains nur die Nutzung eines sogenannten „whois privacy“ Dienstes.

In Deutschland sind „whois privacy“ Dienste noch nicht so populär, da die Denic bei .de Domains erfreulicherweise nur die Daten des technischen Ansprechpartners (tech-c) automatisch auslesen lässt. Die persönlichen Daten des Domaininhabers und des administrativen Ansprechpartner (Admin-C) sind durch eine Sicherheitsabfrage (Captcha) geschützt. Besitzt man allerdings CNOBI Domains (.com .net .org .biz .info) kann es schnell passieren, dass eine Google-Suche nach dem eigenen Namen oder einer selbst registrierten Domain, die eigene Adresse samt eMail und Telefonnummer anzeigt.

Wie kann man die Veröffentlichung der Whois Daten verhindern?

Da es es zwingend notwendig ist, dass die Daten des rechtlichen Ansprechpartners einer Domain bei der Registrierungsstelle hinterlegt sind, kann man zwar nicht die Veröffentlichung der Daten verhindern, aber man kann glücklicherweise zumindest Einfluss darauf nehmen, welche Daten veröffentlicht werden. Verschiedene „whois privacy“ Anbieter stellen ihre Kontaktdaten stellvertretend für den Inhaber zur Verfügung und leiten eventuelle Kontaktanfragen einfach weiter.

Umfang und Funktionsweise der „whois privacy“ Dienste unterscheiden sich etwas je nach Anbieter und manche verlangen auch einen ordentlichen Aufpreis dafür. Zur besseren Vergleichbarkeit deshalb hier ein kleiner Überblick:

1) GoDaddy Private Domain Registration (Domains By Proxy)

GoDaddy DomainsByProxy GoDaddy nennt seinen Whois-Privacy-Dienst „Private Domain Registration“ und nutzt dafür die Marke Domains by Proxy (DBP). Die Verwaltung der Domaindaten erfolgt daher über ein separates Login auf der Website domainsbyproxy.com. Je nach Domainendung und eventuellen Rabattaktionen beträgt der Aufpreis für die GoDaddy Private Domain Registration ungefähr zwischen 6,99 und 9,99 USD pro Domain. Für die Weiterleitung von E-Mails wird automatisch eine eigene @domainsbyproxy.com Adresse erstellt und man kann auswählen, ob alle E-Mails, Spam-gefilterte oder gar keine E-Mails weitergeleitet werden sollen. Damit trotz Whois Privacy ein SSL Zertifikat genutzt werden kann, bietet GoDaddy für 15 USD einen „Domain Authorization Letter“ an, der den rechtmäßigen Inhaber der Domain ausweist.

2) NameCheap WhoisGuard Domain Privacy Protection

whois privacy Namecheap bietet die „WhoisGuard Domain Privacy Protection“ bei Neuregistrierungen von Domains meistens kostenlos für das erste Jahr an und verlangt dann ca. 2,88 USD pro Domain und weiterem Jahr. Kauft man einen „Dual Pack“ für zwei Domains oder einen 5er-Pack gibt es Rabatte und der Preis lässt sich etwa auf 1,50 USD pro Domain drücken. Auch bei Namecheap lässt sich eine eigene @whoisguard.com E-Mail-Adresse für die Weiterleitung von Mails einrichten.

Um Spam zu vermeiden, kann bei Namecheap eingestellt werden, dass die E-Mail-Adresse automatisch in bestimmten Intervallen gewechselt wird.

Namecheap wird in den USA oft als sympathischere und teils auch als zuverlässigere Alternative zu GoDaddy gesehen. Als Namecheap jedoch noch keine eigene Akkreditierung bei der ICANN hatte, nutzen sie die Resellerplattform eNom für die Registrierung von Domains. eNom hat auch eigenen Whois-Privacy-Dienst, der „ID Protect“ heißt und ab 6 USD pro Jahr und Domain verfügbar ist.

3) NameSilo PrivacyGuardian WHOIS Privacy Protection

NameSilo Whois ProtectionBei NameSilo kostet die „PrivacyGuardian WHOIS Privacy Protection“ überhaupt keinen Aufpreis und ist bereits in der Registrierungsgebühr für die Domains enthalten. Leider gibt es dafür keinerlei spezielle Optionen wie E-Mail-Weiterleitungen (als Adresse wird immer whois@privacyguardian.org genutzt) oder „Authorization Letters“ für SSL-Zertifikate, aber bei einer größeren Anzahl an Domains spart man dadurch schon einige Kosten und normalerweise bekommt man an die E-Mail-Adresse, die in den Whois Daten hinterlegt ist, auch keine wichtigen E-Mails. Ein Kontaktformular auf der Webseite oder die E-Mail-Adresse im Impressum werden meistens zuerst genutzt, wenn jemand den Domaininhaber kontaktieren will, daher ist NameSilo mein Favorit unter den Whois-Privacy-Anbietern!

Im Übrigen zählt NameSilo zu den günstigsten Domainanbietern für com, net und org Domains, auch im Vergleich mit Domainanbietern aus Deutschland.

Whois-Privacy und die Impressumspflicht

Da deutsche Webseitenbetreiber aufgrund der Impressumspflicht zwingend Ihre Kontaktdaten veröffentlichen müssen, werden Whois-Privacy-Anbieter manchmal fälschlicherweise als unnötig erachtet. Die Whois-Daten unterscheiden sich von den Impressumsdaten aber dadurch, dass sie automatisch von Computern ausgelesen und katalogisiert werden können. Beim Impressum auf der eigenen Webseiten hat man zumindest die Möglichkeit den Suchmaschinen mit dem rel=“noindex“ Tag die Indexierung zu untersagen, oder man kann die Daten im HTML Code verschlüsseln, oder eine Bild-Datei nutzen, etc. etc.

Bei den Whois-Daten hat man diese Kontrollmöglichkeiten nicht und somit weniger Einfluss darauf, wo seine persönliche Daten auftauchen und mit welchen anderen Daten sie noch in Verbindung gebracht werden. Ich persönlich habe schon öfter E-Mails mit zweifelhaften Angeboten an meine in den Whois-Daten angegebene E-Mail-Adresse bekommen, da Spammer natürlich gerne auf die Möglichkeit zur automatischen Auslesung der Adressen zurückgreifen…

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