Die besten WordPress Caching Plugins

WordPress Ladezeiten optimieren Die Ladezeit von Webseiten spielt bereits seit den Anfängen des Internets eine wichtige Rolle und ist selbst heute in Zeiten von fast allseits verfügbaren Breitbandanschlüssen noch immer aktuell. Neben den Besuchern mit eventuell langsamerer Verbindung (mobiles Internet), werden mittlerweile auch von Suchmaschinenanbietern wie Google möglichst kurze Wartezeiten und schnelle Ladegeschwindigkeiten gefordert. Nicht zuletzt kann man durch die Optimierung eventuell selbst noch wertvolle Ressourcen sparen und hat so genügend gute Gründe WordPress durch Caching Plugins Beine zu machen! ;-)

Je erfolgreicher das eigene Blog ist, desto stärker ist die Notwendigkeit zur Optimierung wahrscheinlich sowieso zu spüren. Das oft eingesetzte Caching Plugin W3 Total Cache wirbt sogar damit, dass große und bekannte WordPress Blogs wie mashable.com, webdesignerdepot.com oder tutsplus.com darauf setzen, um die Auslieferung der eigenen Seiten zu beschleunigen und die Last der Webserver zu reduzieren. Daneben gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Caching Plugins, die ich nun (nach der Anzahl der Downloads im WordPress Plugin Verzeichnis geordnet) vorstellen will:

WP Super Cache (2,862,158 Downloads)

WP Super Cache ist eine Weiterentwicklung des “alten” und mittlerweile anscheinend nicht mehr verfügbaren WP-Cache Plugins von Ricardo Galli Granada. Da WP Super Cache vom Automattic Mitarbeiter und WordPress-Mitentwickler Donncha O Caoimh programmiert wurde, kann man davon ausgehen, dass es die Möglichkeiten von WordPress so gut wie möglich ausnutzt und besonders kompatibel ist.

Während WP-Cache die einzelnen Seiten “nur” gecacht hat und sie so ohne Zugriff auf die Datenbank ausliefern konnte, spart WP Super Cache auch das Laden der PHP engine, da es statische HTML Dateien generiert. Diese können direkt abgerufen werden, ohne PHP Skripte laden und ausführen zu müssen.

W3 Total Cache (939,279 Downloads)

W3 Total Cache Screenshot Auch W3 Total Cache erstellt statische HTML Dateien, bietet darüber hinaus aber noch unzählige weitere Möglichkeiten wie zum Beispiel die Kompression und das Zusammenführen von JavaScript und CSS Dateien, Datenbank Caching, Feed Caching, Suchergebnis Caching sowie die Möglichkeit Dateien in ein eigenes (zum Beispiel cdn.domain.tld) oder Drittanbieter (zum Beispiel Amazon S3, Rackspace, MaxCDN, etc.) Content Delivery Network (CDN) auszulagern.

Natürlich bedeutet das viele Einstellungsmöglichkeiten, aber man kann sich gut Schritt für Schritt an die einzelnen Punkte “herantasten” und erst Mal mit der Standard-Konfiguration arbeiten, ohne gleich alles direkt am Anfang einrichten zu müssen.

Quick Cache (246,898 Downloads)

Quick Cache Screenshot Wie der Name schon erahnen lässt, möchte Quick Cache den Nutzern komplizierte Menüs und langwierige Einrichtungsprozeduren ersparen. Das Interface ist daher einfach und übersichtlich gehalten. Zu jeder Einstellungsmöglichkeit findet sich ein Text der die Optionen und ihren Nutzen erklärt. Erstaunlicherweise steht in der Beschreibung von Quick Cache, dass es komplett in PHP arbeitet und weder die “mod_rewrite engine” noch den Browser Cache benötigt. Angeblich sendet es sogar einen “no-cache header” um nicht eingeloggten Nutzern gecachte Dateien auszuliefern, während eingeloggte Nutzer dynamisch generierte Seiten mit aktualisierten Kommentaren etc. sehen.

DB Cache Reloaded Fix (38,197 Downloads)

DB Cache Reloaded Fix ist ein neueres Plugin, welches das nicht mehr weiter entwickelte “DB Cache Reloaded” von sirzooro für WordPress 3.1 kompatibel gemacht hat. Laut den Versprechen des Entwicklers soll es noch besser als WP-Cache oder WP Super Cache sein (“Forget about them”), weil es nur Datenbank Abfragen cacht und dadurch schneller sein und weniger Speicherplatz für gecachte Dateien verbrauchen soll.

Hyper Cache Extended (10,288 Downloads)

Auch Hyper Cache Extended ist eine Weiterentwicklung eines älteren Plugins (Hyper Cache) und spezialisiert sich laut der Beschreibung auf Nutzer mit kleineren oder langsameren Hosting-Paketen (Prozessor und MySQL). Während die meisten Plugins auf Linux-Server optimiert sind, unterstützt Hyper Cache Extended auch Microsoft IIS Webserver. Caching für Mobile Endgeräte soll im Zusammenspiel mit WP-PDA funktionieren. Trotz der weitaus geringeren Download-Anzahl gegenüber den Caching-Schwergewichten hat Hyper Cache Extended einen festen Kern von zufriedenen Nutzern und Unterstützern, sodass ein Test des Plugins durchaus lohnenswert erscheint.

WP File Cache (9,343 Downloads)

WP File Cache wurde zuletzt am 16.12.2010 aktualisiert, weshalb ich persönlich schon von einer Nutzung absehen würde. Aufgrund der anderen Herangehensweise an das Thema Caching wird es jedoch trotzdem ab und zu empfohlen. Laut dem Entwickler liegt der Vorteil von WP File Cache darin, dass nicht ganze Seiten sondern nur weniger oft geänderte Teile einer Seite gecacht werden. Dadurch bleibt der Blog dynamisch, aber die Zahl der Datenbankabfragen kann reduziert werden. Um optimal zu funktionieren, muss WP File Cache durch Nutzung der wp_cache_xxx() API Funktionen jedoch gezeigt werden, welche Teile gecacht werden sollen. Die entsprechenden Aufrufe müssen also im Theme oder in den Plugins vorhanden sein, sonst ist wenig Nutzen zu erwarten.

Cachify (7,247 Downloads)

Cachify Screenshot Cachify ist das Caching Plugin des in Deutschland recht bekannten und beliebten Entwicklers Sergej Müller, der auch WordPress Antivirus (206,461 Downloads) und die Akismet-Alternative Antispam Bee (153,602 Downloads) entwickelt hat. Der Fokus liegt auf Simplizität und Funktionalität, es gibt also viel weniger Einstellungsmöglichkeiten als bei WP Super Cache oder W3 Total Cache und damit auch weniger Gelegenheiten für eventuelle “Verschlimmbesserungen”. Cachify prüft beim Aufruf einer Blogseite ob diese bereits im Cache als statischer Quelltext vorliegt und liefert dann die zwischengespeicherte Version aus. Falls nicht, wird die Seite in der Datenbank gespeichert. Hier liegt wohl der Haupt-Unterschied zu den anderen Caching-Plugins, die meist auf statische HTML Seiten setzen, die auf der “Disk” gespeichert werden.

WP Green Cache (1,480 Downloads)

Screenshot by tankado.com WP Green Cache ist die Weiterentwicklung des ehemaligen WP Simple Cache Plugins vom türkischen Entwickler Ozgur Koca. Während der neue Name dadurch begründet wird, dass durch Caching Ressourcen gespart und Emissionen reduziert werden können (= Green), war der alte Name aussagekräftiger. Die Hauptfunktion ist nämlich einfach statische HTML Seiten anstatt dynamisch generierter Inhalte auszuliefern. Die sonstigen Einstellungsmöglichkeiten beschränken sich auf die Zeitangaben, wie lange gecachte Versionen vorgehalten und wann sie neu erstellt werden sollen (= Simple).

Wann lohnt sich ein Caching Plugin?

Die Frage ob, wann und welches Caching Plugin sich lohnt ist schwierig zu beantworten, da fast jeder Blogger andere Umstände vor sich hat. Die einzelnen Webhosting-Unternehmen setzen verschiedene Server mit verschiedenen Betriebssystemen und verschiedenen Einstellungen ein. Man kann also nie gemeinsame Ausgangsbedingungen erwarten, die einen genauen Vergleich möglich machen. Wer des Englischen mächtig ist, findet hier einen Test zwischen WP Super Cache, W3 Total Cache und Hyper Cache von Stephen Cronin.

Sein Ergebnis war, dass W3 Total Cache die geringsten Ladezeiten auf der Server-Seite hat und am wenigsten Ressourcen verbraucht, während Hyper Cache die schnellsten Ladezeiten auf der Client-Seite, also für die Besucher, hat.

Einen ähnlich ausführlichen Test, der die Frage nach dem besten Caching Plugin zu beantworten versucht, findet man auf tutorial9.net. Erstaunlicherweise kommt als Ergebnis eine Empfehlung für die Kombination aus Hyper Cache und DB Cache Reloaded heraus, während W3 Total Cache auch wieder als die nächst beste Alternative genannt wird.

Tools zur Überprüfung der Ladezeit

Das bekannteste und meist-empfohlenste Tool zur Überprüfung der Ladezeit von Webseiten ist wohl Google Page Speed. Es ist als Browser-Plugin für Firefox und Chrome verfügbar, wurde aber auch in Webpagetest.org, Show Slow sowie die Google Webmaster Tools und über die API selbst in W3 Total Cache integriert.

Möchte man die Performance der eigenen Webseite über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich verfolgen, bieten sich Tools wie Pingdom, Site24x7.com, mon.itor.us, 100pulse oder UptimeRobot an.

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