Ich bin ganz sicher kein Fachmann für Werbung, Marketing oder irgendetwas das entfernt damit zu tun hätte und bisher war Werbung auch kein großes Thema in diesem Blog, ABER ich liebe Autos von BMW! Aus diesem Grund muss ich heute einfach mal meinen Frust über die unbeholfenen Werbekampagnen von BMW ablassen.

Meiner Meinung nach ist es wirklich schade, dass die Marketingabteilung dieser Firma, die so großartige und faszinierende Autos baut, nicht nur so furchtbar schlechte Kampagnen zulässt, sondern wahrscheinlich auch noch viel Geld dafür bezahlt. Wer nicht weiß wovon ich schreibe wird sich fragen was dieser komische Blogger da faselt. Die hochbezahlten und hochqualifizierten Leute bei BMW werden schon wissen was sie tun…

Genau das dachte ich auch, als ich die ersten kritischen Beiträge zur PR-Kampagne für „BMW ConnectedDrive“ gelesen habe. Wenn man sich aber das YouTube-Video anschaut, greift man sich wirklich an den Kopf und muss sich fragen wer das abgesegnet hat!

Die Kommentare der sonst ziemlich begeisterungsfähigen YouTube-Nutzer bei der englischsprachigen Version des Videos sagen schon ziemlich viel über die Qualität des Clips und den Einfallsreichtum der Werbeagentur aus…

Welcher Hirntote hat das denn geschrieben?

Wie schlecht ist das denn…

Tja, das fragt man sich wirklich. Zum Glück ist das Video nur 3:50 Minuten lang, so wird einem nicht allzu viel Zeit gestohlen. Selbst auf der Webseite der Internet World Business liest man: „Die dümmsten Spam-Werber des Jahres

Der Titel bezieht sich allerdings eher auf die noch unbeholfeneren „Bekanntmachungsversuche“ des als „viral“ geplanten Clips. Thomas Knüwer vom Handelsblatt beschreibt auf Indiskretion Ehrensache wie Brand PR in verschiedenen Blogs die Kommentarfunktion dazu genutzt hat, um ihre Pressemitteilung zu verbreiten.

Die „ConnectedDrive“-Aktion hat sicher auch ihre Komik, wäre mir allein aber nicht unbedingt einen entrüsteten Blog-Eintrag wert gewesen. Heute Abend habe ich jedoch bei ConnectedMarketing einen recht begeistert klingenden Beitrag über eine weitere virale BMW Kampagne für den amerikanischen Markt gelesen…

Das Rampenfest in Oberpfaffelbachen

oder „The Ramp Movie“ ist, wie schon beschrieben, eine weitere virale Kampagne von BMW. Das Video, beziehungsweise der Film, soll das neue (wunderschöne) 1er Coupé bewerben. Meiner Meinung nach geht das total nach hinten los, weil der Film furchtbar langweilig, langatmig und überhaupt nicht lustig ist. Außerdem sieht man ziemlich wenig vom wichtigsten Darsteller: dem 1er Coupé!

Wer sich selbst überzeugen will kann das natürlich gerne tun. Ich persönlich empfehle es nicht, mit seiner Zeit kann man wirklich besseres anfangen, zum Beispiel Bilder oder Videos vom 1er Coupé anschauen.

Das Auto ist wirklich klasse, aber was bringt ein Werbefilm in dem man nichts (oder fast nichts) vom Produkt sieht? Die meisten Leute haben sicherlich wenig Lust sich einen so langen Werbefilm anzusehen, außer sie sind an BMW oder Werbung (viralem Marketing) interessiert. Hierbei setze ich natürlich voraus, dass die Nutzer den werblichen Hintergrund bemerken, beziehungsweise bewusst wahrnehmen. Und selbst den Leuten, die es nicht wahrnehmen unterstelle ich wenig Interesse an einer langatmigen Dokumentation über eine komische Rampe im bayrischen Hinterland. Ich frage mich wirklich wer sich dieses Video anschauen und weiterempfehlen soll!?

Selbst das Prädikat „liebevoll gemacht“ trifft es meiner Meinung nach nicht. Der ehrgeizige Versuch war da, das sieht man. Die Einwohner aus dem bayrischen Dorf und ihr komisches, hinterwäldlerisches Verhalten sollen witzig wirken. Auf mich persönlich wirkt es aber nur völlig durchschaubar und ziemlich angestrengt. Eben wie ein Wink mit einem alten, dreckigen Zaunpfahl von einer Kuhweide aus Oberpfaffelbachen…

Mehr Links zum Thema gibt es im Automobil-Blog und eine weitere Warnung vor der gestohlenen Zeit („but be forewarned, you’ll never be able to get that 30+ minutes of your life back“) auf autoblog.com

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19 Responses to Furchtbar schlechte Werbung oder „Das Rampenfest“

  1. Moritz sagt:

    Hallo Matthias,

    beim BMW-Rampenfest geht es ja nicht nur um ein kleines Werbefilmchen. Vielmehr handelt es sich um eine komplexe (was jedoch noch zu beweisen ist!) Story über viele Online-Medien und vermutlich einen längeren Zeitraum hinweg. Ich hoffe jedoch auch darauf, dass sich die Kampagne noch steigert…

    Besten Gruß,
    Moritz

  2. Matthias sagt:

    Hallo Moritz,

    das mag ja sein, aber es kann doch keine Spannung aufgebaut werden, wenn sofort klar ist, dass es sich um eine Werbekampagne handelt. Da war die Story rund um den Film Cloverfield schon viel besser gemacht. Die war nämlich wirklich komplex, hat Spannung geweckt und es war nicht sofort zu erraten, um was geht oder was dahintersteckt.

    Das Rampenfest ist kein großes Rätsel, sondern eher ein großes Ausrufezeichen hinter einem Gähnen!
    Ich habe während des ganzen Films nur darauf gewartet, dass man endlich was vom 1er Coupé sieht und es Action gibt. Wo bleibt die Spannung oder der Spaß und wie soll das noch gesteigert oder überhaupt hergestellt werden? Die Flicker Fotoalben und MySpace Seiten wirken auf mich genauso tölpelhaft, wie die lächerliche Aktion mit den Pressemitteilungen in den Blog-Kommentaren! Das ist doch keine komplexe Story, sondern einfach nur ein amateurhafter Versuch eine virale Kampagne zu starten…

    Meiner Meinung nach hätte man das ganze Geld und die aufgewendete Energie besser in eine einfachere, nicht so bemüht hippe und moderne, unbedingt viral-sein-müssende, Kampagne gesteckt!

  3. Moritz sagt:

    „ein großes Ausrufezeichen hinter einem Gähnen!“
    – Haha! Schön gesagt. 😉

    Ich hoffe trotzdem darauf, dass BMW noch was in petto hat.
    Ach ja: die Kampagne verantwortet doch BMW USA, oder?

  4. „Begeistert“? Hm. Also wenn ich begeistert bin, dann klingt das anders.

  5. Matthias sagt:

    Nachdem ich den ganzen Film angeschaut habe um ja kein vielleicht doch gutes oder lustiges Stückchen zu verpassen, aber rein gar gar nichts, auch nur den Hauch einer Begeisterung wertes gefunden habe, war ich ziemlich enttäuscht und da klang „epische Mühe“ und „recht liebevoll gemacht“ noch viel zu gut für meinen Geschmack 😛

  6. rob sagt:

    wenn jemand denkt, daß es sich hier um einen „furchtbar schlechten Werbefilm“ handelt, hat er meiner Meinung nach leider die ganze Aktion nicht verstanden! In einem „echten“ Werbefilm steht das Produkt mit all seinen Vorzügen und Facetten im Vordergrund und wird aufgrund einer bestimmten Eigenschaft mittels eines Aufhängers (=Claim) beworben. Dies alles fehlt im „Ramp Movie“. Dieses Filmchen dient einzig und allein dem Zweck, in der Internet-Community für Aufsehen und Gesprächsstoff (wie z.b. hier in der Blogosphäre) zu sorgen. Und dieses Ziel hat es ja wohl erreicht – müsst Ihr zugeben, oder? Und da wer A sagt auch B sagen muss, müsst Ihr auch zugeben, daß unter diesem Aspekt das Filmchen wirklich sehr gelungen ist. Handwerklich, szenisch und auch schauspielerisch habe ich wirklich schon schlechtere Produktionen gesehen und man denkt die ersten paar Minuten wirklich, man hat es mit einer authentischen Reportage zu tun. Wer vermisst, daß das eigentlich beworbene Objekt, der BMW nämlich, zu kurz kommt und nur selten zu sehen ist, sollte sich wirklich lieber einen Prospekt holen oder im Internet recherchieren – auch dies ein durchaus gewollter Nebeneffekt der Macher, die dadurch die „angefixten“ Zuschauer zu Eigeninitiative anregen wollen. Auch dies ein gewollter Effekt viraler Kampagnen!

  7. Matthias sagt:

    Hmm, vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Ich finde, dass es furchtbar schlechte Werbung ist, weil es FURCHTBAR LANGWEILIG ist! Ob es jetzt „echte“ Werbung (mit Claim) ist oder virales Marketing ist mir dabei völlig egal, weil ich als Konsument beides erstmal einfach nur anschaue. Was die Werber damit bezwecken, steht da ja noch im Hintergrund.
    Und ja, für die ersten Minuten denkt man vielleicht, dass es sich um eine echte Reportage handelt, dann merkt man aber sofort, dass dies nicht der Fall ist und es eben WERBUNG ist! Nach den ersten Minuten wird es auch einfach nur laaaaaangweilig! *gähn* Also ist es für mich aus Konsumentensicht verdammt schlechte Werbung, weil ich mich hinterher ärgere, dass ich mit dem Anschauen meine Zeit verschwendet habe!

    Falls mit dem „Filmchen“ tatsächlich Reaktionen wie folgende erreicht werden sollten, dann herzlichen Glückwunsch!
    „What a hopelessly boring, crappy video. I skimmed through most of it since it was so dull.“
    „Okay, I get it, the new 1 series coupe is coming but a more exciting and thrilling video should have been made rather than this boring time waster.“

    Warum sollte sich der Kunde nach dem einschläfernden „Filmchen“ bitteschön über das 1er Coupé informieren wollen? Wenn es nach dem Filmchen gehen würde, wäre der Kauf des Produktes für mich gestorben.
    (Ist er aber nicht, weil BMW zum Glück weitaus bessere Autos als Werbefilmchen produziert! 😀 )

  8. rob sagt:

    wenn man die Gesamtheit aller Menschen, die durch diesen Film auf den neuen 1er BMW aufmerksam wurden, zusammenzählt, ergibt sich eine horrende Reichweite! Gepaart mit dem Witz, der sicherlich in diesem Filmchen enthalten ist und sich auch positiv auf die gesamte Kampagne auswirkt (nach der Devise: „schau mal was ich verrücktes im Internet gefunden habe…“) kann man durchaus von einer gelungenen Kampagne sprechen. Ich nehme auch nicht an, daß es damit schon alles gewesen ist – man kann durchaus davon ausgehen, daß BMW hier noch nachlegt! Die Produktionskosten für das Video sind im Vergleich zur Reichweite durch die kostenfreie (!) virale Verbreitung im Internet sehr gering. Natürlich stecken die viralen Marketingmassnahmen noch in den Kinderschuhen. Innovationsfreundliche Firmen greifen diese Idee auf und setzen sie mehr oder weniger gelungen um. Es findet im Augenblick wohl noch ein Lernprozess statt, der mich sehr gespannt auf mehr sein lässt!

  9. rob sagt:

    wenn man das ganze von der Werberseite sieht, sind die Argumentationen in eine völlig andere Richtung: http://blog.adplace.com/v1/?p=119

  10. Matthias sagt:

    Für “schau mal was ich verrücktes im Internet gefunden habe…” ist der Film meines Erachtens aber zu langweilig! Genau in diese Richtung gehen doch auch die meisten Kommentare!? Wo ist denn das Verrückte?
    Hätte man den 1er wenigstens mal über die Rampe geschossen, sähe das vielleicht etwas anders aus. Da haben ja auch viele Leute drauf gewartet und waren dann richtig enttäuscht. An der Stelle ist die Spannungskurve, die man vielleicht noch aus dem Deutschunterricht kennt, total in den Keller gerauscht! Das ist noch schlimmer als eine Dokumentation über Häkeln… „Oh, pass auf, gleich rutscht der Omi die Masche von der Nadel… gleich… gleich… Ach nee, doch nicht.“
    Boring!

    Und was haben denn auf einmal alle mit dem „viral“? Ist das jetzt das neue Buzzword in der Marketingbranche?
    Wenn man mit dem ganzen Kram die Internetuser und die Blogosphäre erreichen will, muss man sich schon was besseres einfallen lassen als gefälschte Flickr Profile und YouTube Filmchen.
    Das Zitat von Thomas Knüwer trifft es einfach genau auf den Punkt:
    „Internetzdingsbumens, also. Und in diesem Wepp gibt’s ja Youtube. Also drehen die Damen und Herren ein Video. Und das, so die mutmaßlich von unermesslicher Egomanie geprägte Denke, finden die Leute dann so scheißenheiß, dass sie es selbst verteilen werden. Firal heißt das doch, oder so.“

  11. rob sagt:

    im Ansatz hats der gute Thomas kapiert. Gute virale Kampagnen sind durchaus in der Lage, über das Medium Internet viele Verbraucher zu erreichen, die sonst aussen vor geblieben wären und unterstützen so die klassischen Kampagnen in TV und Print. Zudem muss man bedenken, daß das Rampenfest für die amerikanische Zielgruppe gemacht wurde und die steht ja nunmal bekanntlich auf alles, was aus Bayern und im Krachledernem daherkommt 😉 basst scho`

  12. Matthias sagt:

    Genau, ich würde sagen, das ist ein gutes Schlusswort: „Basst scho!“ 😉

  13. Matthias sagt:

    Gerade in der Internet World Business gelesen, verantwortlich für die Online-Kampagnen zum Start des 1er Modells in den USA sind die Omnicom-Tochter GSD&M Idea City in Austin und Dotglu in New York.

    Zielgruppe der Kampagne sind vornehmlich junge Männer, die über nicht ganz so viel Geld verfügen wie der durchschnittliche BMW-Fahrer.

    Interessant, dass rund 50% des Werbebudgets in die Web-Werbemaßnahmen fließen sollen…

  14. rob sagt:

    wundert mich nicht… die Werbespendings in der Onlinewerbung nehmen überproportional zu. Das Gesamtvolumen betrug im letzten Jahr 2,9 Milliarden (!) Euronen! Das waren über 200 Millionen mehr als prognostiziert. Allein bei den Videoads verzeichnete man einen Zuwachs von über 220%! Das ist doch schonmal was… oder?

  15. Waldgeist sagt:

    Kann die ganzen negativen Kommentare nicht nachvollziehen. Bei mir hat der Film gewirkt; habe ihn prompt an ein paar Kollegen geschickt, obwohl ich so etwas sonst *nie* mache. Ist einfach supergut inszeniert. Gut, am Ende wird’s etwas langatmig, aber sehenswert ist der Streifen allemal.

  16. rob sagt:

    Hallo Waldgeist – meine Rede! 😉

  17. Eller sagt:

    Moinsen,
    also, ich hab den Film gestern Abend gesehen, und der Pfarrer am Beginn hat mich schon ziemlich beunruhigt, wusste nicht, was da jetzt auf mich zu kommt. Dann ging die Dokumentation an sich los und mit dem ersten Blick auf die Rampe war ich gefesselt, denn ich hatte genau die selbe Frage wie der Dokumentator: „Was ist das, und wofür soll das (die Rampe) gut sein?“
    Dann tauchte ein sonderbarer Bayer nach dem anderen auf, welche im besten Hinterwäldler-Englisch langsam an das Geheimnis der Rampe ranführen. Die ganze Idiotie dieser Idee, der ganze Wahnsinn hinter diesem definitiv schwachsinnigem Wagnis, ließ nicht nur den „Ami“ fragend zurück, auch ich konnte nur den Kopf schütteln, hab aber auch oft herzhaft gelacht.
    Ich bin kein Autofan, und von so diggen Sportkarren sowieso nicht. Aber es geht, meiner Meinung nach, um den amerikanischen Markt und da sind alle Protagonisten perfekt gewählt. Was kennt der US-Bürger von Deuschland? Genau das, was der Eventheini Franz Brendl aufzählt: Schloss Neuschwanenstein und Oktoberfest! Hinzu kommen Dirndl, Bier und halt Autos. Also geb ich den Amis genau das, was sie wollen, einen mit genau diesen Klischees geladenen Film.
    Klar, die Länge des Streifens ist es wert hinterfragt zu werden. Mit 35 Minuten nicht grad ein Spot fürs Werbeprogramm, aber wie vor mir schon bemerkt wurde, es geht hier nicht darum, direkt potenzielle Käufer anzusprechen, es geht um Wahrnehmung in Blogs, Foren und auf allen sonstigen Kanälen des Internets. Hier wird diskutiert, der Link wird rumgeschickt, der Film empfohlen, Ziel erreicht.
    Ich fand es wirklich ziemlich komisch!!

  18. Marcel sagt:

    Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich weiß nicht, wie oft ich den Film über Mail, Facebook, ICQ oder sonstwas empfohlen bekommen habe, mit Kommentaren wie „hier gibt’s was zum wundern“ oder sogar „ahjo, kennste schon die neueste bmw-viralmarketing-aktion“ (obwohl die da schon einige Monate auf dem Buckel hatte). Das zeigt doch schließlich, dass dieses Filmchen, so gut oder schlecht es sein mag, seinen Zweck absolut erfüllt hat, wenn es noch Monate später durchs Internet und alle möglichen Blogs geistert.
    ‚Walter, what’s the fucking point?‘ Die einen sagen „oooooh, wie klischeehaft [oder] langweilig“, die anderen „aber trotzdem saugeile idee.“ Und das ist doch genau der Punkt bei Viralmarketing. Und den Punkt haben sie meiner Meinung nach verdammt gut gemacht.
    Mal ehrlich: Ein BMW braucht ja eigentlich gar keine Werbekampagne. Aber sie möchten halt bei der Werberevolution nicht fehlen..

  19. AdamNikova sagt:

    Ich muss einen ziemlich außergewöhnlichen Humor haben, Rampenfest ist das so ziemlich witzigste was ich seit langer Zeit gesehen habe!

    Zitat Seppi: „Was mi odreibt?! 306 PS!“

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