Aug22
Brief Post online lesen und archivieren
[Trigami-Review] Dank moderner Technik wie insbesondere dem Internet und der mobilen Datenübertragung ist das Leben in den letzten Jahren viel einfacher, komfortabler und flexibler geworden. Prinzipiell kann man heute von jedem Ort der Welt aus Freunde kontaktieren, Arbeiten oder Bankgeschäfte tätigen. Nur die Post hat den Sprung in das moderne Zeitalter noch nicht richtig geschafft, da viele Institutionen und Firmen wichtige Dokumente immer noch vom Briefträger an die Heimadresse zustellen lassen. Erfreulicherweise gibt es für Vielreisende, oft-Umziehende oder Ferienhaus-Inhaber nun eine Alternative, die ich diesen Monat testen konnte: die Swiss Post Box der Schweizer Post!
Bei der kostenpflichtigen Anmeldung (25 CHF, etwa 19 EUR) kann man sich Korrespondenzadressen in bis zu 5 verschiedenen Ländern zuteilen lassen, darunter auch besonders repräsentative Adressen wie etwa der “Paradeplatz 1” in 8001 Zürich oder der “Quai du Mont-Blanc 33” in 1201 Genf.
Ich habe mich bei meinem Test für je eine kostenlose Französische- und Schweizer-Adresse entschieden. Neben einer deutschen Adresse in Bamberg stehen auch noch eine italienische Adresse in Tribiano und eine Österreichische in Lauterach zur Auswahl. Basierend auf der eigenen Swiss Post Nummer würde die neue Adresse dann wie folgt aussehen:
Alle an die ausgewählten Adressen zugestellten Briefe werden ungeöffnet eingescannt und man bekommt sofort ein Bild per E-Mail geschickt. Aufgrund des Aussehens des Briefumschlags kann man dann anhand folgender Optionen entscheiden, wie die Schweizer Post weiter vorgehen soll:
Öffnen und Scannen des Inhalts- Weiterleitung der geschlossenen Briefpost an eine Adresse eigener Wahl
- Brief Recyclen
- Brief Schreddern und Vernichten
Auf Wunsch werden die gescannten Dokument auch gesetzeskonform archiviert, nötigenfalls bis zu einem Jahr nach Tod des Kunden.
So erlaubt es die Swiss Post Box nicht nur Orts- und Landesunabhängig zu Arbeiten, sondern spart auch noch Zeit- und Archivierungsaufwand. Gerade für Selbstständige und Unternehmen, die diesbezüglich gesetzlichen Aufbewahrungspflichten unterliegen, ist das ein entscheidender Vorteil!
Die Schweizer Post bewirbt das Produkt zwar auch für Privatleute, wie die schon genannten öfter-Umziehenden Studenten, Ferienhausbesitzer oder einfach Papier-müde Technik-Liebhaber, doch ich glaube, dass die SwissPostBox durch die Preise bislang eher für Unternehmen attraktiv ist. Der “Single Easy” Basis-Account hat zwar keine Grundgebühr, doch jeder empfangene Brief kostet 1,15 CHF und für das Scannen werden weitere 1,95 CHF fällig. Die größeren “Liberty Plus” (30 CHF pro Monat) und “Professional” (95 CHF) Accounts enthalten dann 100/400 Inklusiv-Empfänge und die Gebühren für den Empfang weiterer Briefe sind auf 0,70 CHF reduziert. Weitere Details finden sich in der Preis-Übersicht.
Das folgende Video stellt die Vorteile der SwissPostBox nochmal zusammengefasst dar und auch auf der Facebook-Fanseite finden sich unter Anderen noch weiterführende Informationen und Vorteile:
Besonders vorteilhaft finde ich, dass man durch die iPhone App “iClass Mail – Swiss Post Edition” wirklich mobil und unabhängig wird, da man mit ihr tatsächlich sämtliche Briefpost von unterwegs überprüfen, scannen und lesen kann.
Neben dem hohen Preis sehe ich den einzigen weiteren Nachteil nur darin, dass viele Institutionen und Unternehmen weiterhin eine “ladungsfähige Anschrift” verlangen und Postfächer teils ausdrücklich ausschließen. Um diese Einschränkung zum Umgehen, fällt mir im Moment nur die Beauftragung eines Nachsendeauftrags bei der Deutschen Post ein, sodass an die Heimadresse gerichtete Briefe trotzdem an die SwissPostBox zugestellt werden.
Von diesem Punkt abgesehen ist so ein Service in unser schnelllebigen und digitalisierten Zeit schon längst überfällig und ich finde es sehr begrüßenswert, dass die Schweizer Post die SwissPostBox quasi für alle deutschsprachigen Kunden anbietet!
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