ICE Notruf Nummern im Handy ein Virus?

ICE - In case of emergency In der letzten Zeit wurde offenbar vermehrt per E-Mail verbreitet, dass Rettungsdienste wie die DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) oder der Arbeiter-Samariter-Bund empfehlen, die Rufnummern von Angehörigen im Handy unter dem Kürzel “ICE” für Notfälle abzuspeichern. So sollen Helfer und Rettungskräfte bei einem Unfall angeblich schnell und einfach die Angehörigen ausfindig machen und benachrichtigen können.

ICE steht dabei laut den E-Mails für “In Case of Emergency” und ist international gültig. Falls mehrere Personen kontaktiert werden sollen, wird geraten, die Einträge zu nummerieren (ICE1, ICE2, ICE3, usw.).

Trotz anders lautender Gerüchte gibt es dieses Kürzel tatsächlich. Es wurde 2005 vom Engländer Bob Brotchie erfunden. Laut diesem Zitat von ihm in einem Artikel bei CBS News, verbringen Sanitäter oft viel Zeit mit der Suche nach der Nummer von Angehörigen eines Unfallopfers. Auch in der englischen Wikipedia findet sich ein Eintrag zu den ICE-Nummern.

Laut einem aktuellen Artikel bei Heise befürchtet der “Hausärzte-Verbandes Westfalen-Lippe” allerdings, dass es sich bei der Empfehlung, Rufnummern unter dem Kürzel “ICE” ins Handy einzutragen, um einen “Virus” handeln könnte. Mittlerweile hat sich beispielsweise auch der Arbeiter-Samariter-Bund von dieser Empfehlung distanziert und schreibt, dass den Sanitätern bei einem Einsatz normalerweise KEINE Zeit für die Suche nach Nummern von Angehörigen bleibt…

Die Frage, ob englische Sanitäter anders arbeiten als die deutschen Kollegen lasse ich mal lieber unberührt. In dem folgendem Punkt stimme ich der Information des ASB aber uneingeschränkt zu:

Die Weitergabe von Informationen über ein Unfallgeschehen ist eine höchst sensible Aufgabe, die mit höchster Professionalität durchgeführt werden muss und nur in den seltensten Fällen über das Mobiltelefon erfolgt. Meist werden diese Nachrichten den Angehörigen schon aus psychologischen Gründen vom Arzt in der Klinik, vom Polizisten an der eigenen Wohnungstür oder durch geschultes Personal im Rettungsdienst überbracht. Der ASB verfügt hierzu über Kriseninterventionsteams, die eigens für Aufgaben wie die Benachrichtigung über einen schweren Unfall oder gar einen Todesfall qualifiziert sind.

Weitere Informationen und eine genaue Betrachtung der Vor- und Nachteile solcher ICE-Einträge finden sich auf snopes.com, einer Webseite über Gerüchte. Der Eintrag zu den ICE-Nummern ist so alt, wie sie selbst, nämlich von 2005.

Foto: © SXC.hu/Nicholas Thein

Noch keine Kommentare »Mobilfunk

Mehr zu diesem Thema:

Trackback URI | Kommentare als RSS-Feed

Diesen Beitrag jetzt kommentieren!

Werbliche Einträge und Spam werden umgehend gelöscht!