Der UMTS Flatrate Betrug

Dies ist ein Gastbeitrag von Jens Lindner, der mit UMTS-Stick.org eine Seite zum Thema UMTS Sticks betreibt.

Das mobile Internet wird immer beliebter. Viele Anwender denken bereits darüber nach, ihre alte DSL Leitung zu kündigen und komplett auf UMTS beziehungsweise HSDPA umzusteigen. Augenscheinlich bringt der mobile Internetzugang genau die gleichen Leistungen wie eine DSL Leitung. Leider ist dem nicht so, da die Netzbetreiber einige Einschränkungen vorgesehen haben, die bei den vollmundigen Werbeversprechen nicht klar herausgestellt werden.

Die Flatrate Lüge

Die meisten meisten Netzbetreiber bieten ihren Kunden eine UMTS bzw. HSDPA Flatrate an. Leider kann man diese Aussage nicht mit gutem Gewissen stehen lassen. Es handelt sich hier nicht um eine klassische Flatrate sondern vielmehr um eine Fairrate. Bei einer Flatrate nimmt der Nutzer an, dass er diese für den Abrechnungszeitraum unbeschränkt und in vollem Umfange nutzen kann. Hier gibt es bereits die ersten Einschnitte. Die UMTS Flatrate Anbieter schrauben die Download Geschwindigkeit nach einem gewissen Transfervolumen (im Regelfall 5 GB pro Monat) auf ein Minimum herunter. Das heißt, es bleibt zwar bei den gleichen Kosten allerdings wird die Leistung so sehr eingeschränkt, dass man die UMTS Verbindung nicht mehr als solche bezeichnen sollte. Die Geschwindigkeit liegt bei 56Kbit/s und es soweit vergleichbar mit einem analogen Anschluss. Erst im nächsten Abrechnungszeitraum wird dann wieder die volle Geschwindigkeit zur Verfügung gestellt. Diese Informationen findet man bei der Werbung von den Netzbetreibern leider nur im Kleingedruckten und somit ist es vielen Interessenten nicht bewusst, dass sie bei ihrer Internetbenutzung doch sehr stark eingeschränkt sind.

Die Geschwindigkeitslüge

„UMTS im HSDPA Betrieb hat eine Downloadgeschwindigkeit von 7200 KBS und ist somit vergleichbar mit einer DSL 6000 Leitung“. Technisch ist diese Aussage zwar korrekt, aber es wird gerne verschwiegen das es nur ganz wenige Ausbaugebiete  gibt, die tatsächlich mit dieser Geschwindigkeit von 7200 KBS angebunden sind. Zudem müssen sich alle UMTS Nutzer, die diesen Knotenpunkt benutzen, diese Geschwindigkeit teilen. Das heißt, in der Praxis wird diese Geschwindigkeit niemals erreicht werden. Die meisten Ballungsgebiete in Deutschland sind auch nur mit 3600 KBS angebunden. Das entspricht nur noch DSL 2000. Das dürften einigen Nutzern weitaus zu wenig sein. Sicherlich ist es ausreichend, wenn man ab und zu mal mobil ins Internet möchte, allerdings ist diese Lösung sicherlich kein DSL Ersatz. Hier müssen die Provider noch an ihrem UMTS Verfügbarkeit arbeiten.

Spielen über UMTS

Wer nun glaubt, dass man über UMTS auch Online-Spiele nutzen kann, der befindet sich auf dem Holzweg. Die reine Downloadgeschwindigkeit sollte zwar ausreichen, allerdings sind die Latenzzeiten so lang (teilweise über 100 ms) das Online Spiele hier leider nicht mehr funktionieren werden. Vor allem Games die eine schnelle Reaktion und einen schnellen Datenaustausch benötigen sind hiervon betroffen.

UMTS ist nicht für jedermann

Wirklich lohnend ist ein mobiler Internetanschluss nur für Personen, die das Netz zum Surfen benutzen, seine E-Mails abrufen, und mäßige Downloads anstoßen möchten. Für echte Poweruser die beispielsweise im Internet spielen möchten, oder große Dateien herunterladen wollen, ist UMTS sicherlich nicht die richtige Wahl. Hier sollte man vorerst bei deinem DSL Anschluss bleiben und eventuell warten bis das neue LTE Verfahren auf dem Markt kommt. Hier sind die Probleme weitestgehend aus dem Weg geräumt.

10 Kommentare »Gastbeiträge

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10 Kommentare zu “Der UMTS Flatrate Betrug”

  1. Konstantin 09 Jul 2009 um 18:23 1

    Wusste garnicht, dass man ausser bei den Handy-Internetflatrates auch bei UMTS-Flatrates Beschränkungen haben kann. Da ärgert man sich ja sogar, wenn man ländlich wohnt bei ner UMTS-Flatrate noch… oh man.

  2. Matt 09 Jul 2009 um 23:02 2

    Ich stimme zwar in damit überein daß die UMTS-Flat für ernsthafte Internetuser noch kein Ersatz ist aber ich habe schon selber über UMTS gespielt. Unter anderem auch World of Warcraft. Und ich denke daß die meisten MMORPGs mit lansamen latenzen umgehen können.

  3. M.B. 13 Jul 2009 um 12:37 3

    Ich glaube aber nicht, dass mit LTE die Drosselung fällt. Eher befürchte ich, dass uns diese bei Evolved HSPA und LTE erhalten bleibt. Oder ist da jemanden schon das Gegenteil bekannt?

  4. RP 16 Jul 2009 um 08:26 4

    Hallo, auch ein normaler DSL-Anschluss ist je nach Provider im Datenvolumen limitiert. Dies merkt man wenn man z.b. bei einem extrem hohen Volumenverbauch (Filme, Musik -tausch) vom Anbieter
    nach der Vertragslaufzeit gekündigt wird.

  5. Karl 24 Jul 2009 um 14:07 5

    Wer sich auf den UMTS-Stick verlässt, der ist verlassen. Ich habe mal versucht, während der Autofahrt per UMTS mit meinem Netbook als Beifahrer zu arbeiten. Das schnelle Datennetz wird dabei mega-lahm und macht überhaupt keinen Spaß mehr. Zu den Preisen: Gott sei Dank habe ich ein Iphone mit einer Daten-Flat, so dass ich damals nur die Multi-SIM Karte bestellen musste, um über das Handynetz online zu gehen. Wer dennoch auf UMTS nicht verzichten will, dem sei eine Tagesflatrate empfohlen. Wer dabei clever einen USB-Stick kauft – auch von einem anderen Anbieter – denn die sind oft gar nicht gesimlockt, kann so bei Fonic z.B. für 2,50 Euro täglich ins Netz gehen.

  6. Benny 13 Aug 2009 um 09:53 6

    @ Kommentar Nr. 4

    Das war vor ca. einem Jahr so, meistens bei 1&1. Das haben die anbieter jetzt aber begriffen und Kündigen oder Drosseln jetzt nicht mehr.
    Ich bin auf UMTS angewiesen und benutze es umd von unterwegs viele Bilder zu versenden. Durch die Drosselung macht das ganze keinen Spaß mehr.

  7. mr.gene 20 Aug 2009 um 23:06 7

    Ich bin auch Nutzer einer “UMTS-Flaterate”, wobei ich eigentlich noch zufrieden bin. Die Geschwindigkeitsdrossellung hatte ich zwischenzeitlich zwar auch mal, aber nun geht es wieder. Mein Vertrag ist so alt, dass es noch kein Kleingedrucktes mit 5GB usw. gab. `Damals´ gab es die Flat für 40 Euro und die habe ich immernoch (Vertragslaufzeit sei “Dank”).
    Schlimm finde ich, dass man sein mobiles Internet nun schon deutlich billiger haben kann, wenn vielleicht auch nicht ganz so viel Datenverkehr.
    Dann lieber mal nur GPRS und 20 Euro weniger im Monat!

  8. Max 27 Aug 2009 um 14:47 8

    “Wer sich auf den UMTS-Stick verlässt, der ist verlassen. Ich habe mal versucht, während der Autofahrt per UMTS mit meinem Netbook als Beifahrer zu arbeiten. Das schnelle Datennetz wird dabei mega-lahm und macht überhaupt keinen Spaß mehr.”
    Jap das geht mir bisher auch so. Ab 130 kmh kann man aufhören mobil zu surfen, da klappt die Übergabe (handover) zwischen den BST nicht mehr so richtig. Aber ansonsten bin ich mit mobilen Internet zufrieden. Wäre nicht die Drosselung hätte ich mich vom DSL Anschluss schon längst verabschiedet. Zumal ich mit O2 ca. 4000 kbit/s DL habe und 1200 kbit/s UL. Da kommt meine DSL 2000 Anbindung nicht mit. Selbst online Spiele funktionieren einigermaßen. Habe CSS gezockt, COD4 und Ping lag bei 110 ms. Gerade noch verkraftbar.

  9. Chris 03 Feb 2010 um 16:30 9

    Hey Max, ich möchte allerdings hier ein kleines Veto einlegen. Meiner Meinung nach ist das mobile Internet nicht dazu gedacht um bei 130 Sachen auf der Autobahn zu arbeiten. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht, wenn ich unterwegs war. Man hat einfach Internet, egal in welcher Stadt man sich gerade so rumtreibt. Scahde finde ich allerdings, dass es im ICE teilweise keine Verbindung gibt :(

  10. Teodule 05 Mrz 2010 um 16:42 10

    Hallo,
    Ich bin auch Opfer der Drosselung bei O2. Mein Sufstick hatte ich am Anfang des Angebotes mit 10Gb besorgt (ca. November 2008). Natürlich Prepaid. Ein Vertrag war dabei schon entstanden, sonst bekommt man keine Telefonnummer. Im Übrigen ist der Surfstick 2 Jahre lang gegen Nutzung von fremden SIM Karten gesperrt (SIM Lock). Irgendwann in 2009 lese ich aus einer Werbung, dass dieses Angebot plus mit 5 Gb gilt. Ich dachte: Es wird alles prima für mich, da ich den Prepaid Vertrag seit 2008 hatte.
    Bisher bin ich nie über die 10 oder 5 GB Grenze gesurft, allerding zum HSDPA Tempo. Na, ja . 4 März 2010. Schneckentempo. Ich lasse die Geschwindigkeit messen. Arrgh : ICH WURDE GEDROSSELT. Ich schaue mal schnell mein Datenvolumen 5.9 GB (Netmeter). Ich habe O2 angeschrieben, aber ein Anschreiben von einem Kunden ist denen Sc… egal.
    Ich halte diese Vorgehensweise als gravierende Vertragsverletzung. Ein Vertrag entsteht sowieso auch bei Prepaid Kunden. Wie gesagt, sonst würde man keine Telefonnummer bekommen. Eine Klausel ist beispielsweise, dass ich den SIM Lock nicht entfernen darf, daher entsteht de fact eine VERTRAGSBINDUNG von 2 Jahren. Unter Umständen dürfte die Vertragsleistung angepasst werden (e.g. neue AGBs, Umrüstung von 3.6 auf 7.2 Mbps….). Die Vertragsänderung müssen dem Kunden bekannt gemacht werden und ihm eine Möglichkeit gegeben werden, sich dazu äußern zu lassen (rechtliches Gehör).
    Aber natürlich ist es alles O2 sch.. egal. Diese Menschen denken sich “nach mir der Sintflut”,was kassiert ist,ist kassiert. Sie haben sowieso eine Machtposition: welcher kleiner Endverbraucher wird dann gegen den Giganten klagen? O2 hat juristen in Unmengen. Und keiner Anwalt wird sich um eine Angelegenheit von 25 Euro kümmern.
    Daher würde ich empfehlen: erst ein Surfstick ohne SIM Loch zu beschaffen (Ebay, ALdi) und dann den einen oder anderen Provider nutzen. Wichtig ist: sich nicht binden lassen.
    Vielleicht ein letzter Punkt um Klarheit zu schaffen: ich halte Leute wie bei O2 für unverschämte Verbrecher…aber das ist meine ganz persönliche Meinung.
    Servus

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