Google Mail als Online-Speicher nutzen

Google Mail Menü Bei meinem Vergleich verschiedener Online-Speicherplatz-Anbieter habe ich ganz vergessen zu erwähnen, dass man auch sein Google Mail Konto zum Speichern von Dateien benutzen kann. Mittlerweile bietet Google 6,8 GB Speicherplatz an, also eigentlich mehr als genug für die private Online-Sicherungskopie.

Wer jetzt meint schon Bescheid zu wissen und anmerken will, dass das Abspeichern von Dateien in E-Mail-Entwürfen ja nicht gerade komfortabel ist, liegt falsch. Findige Programmierer haben nämlich verschiedene Lösungen entwickelt um die “GMail-Festplatte” höchst komfortabel nutzbar zu machen!

Eine direkte Integration in den Windows Explorer bietet das Programm GMail Drive von Bjarke Viksoe. Nach der Installation wird die “Google-Mail Drive” als eigenständiges Laufwerk angezeigt und kann auch wie jedes normale Laufwerk genutzt werden. Für jede Datei wird eine E-Mail mit Anhang erstellt und im Google Mail Postfach abgelegt. Sogar die Organisation in Ordnern ist möglich. Diese werden dann im Betreff der erstellen E-Mail als Pfad angegeben, zum Bespiel “GMAILFS:/Test/Entwurf.doc”.
Um den Überblick nicht zu verlieren sollte man jedoch gleich eine Filterregel erstellen, die alle E-Mails mit dem Betreff “GMAILFS” direkt archiviert, sodass diese nicht im Posteingang erscheinen. Alternativ bietet sich im Programm GMail Drive die Option den Entwurfs-Ordner für die Speicherung zu benutzen. Da die Anzahl der E-Mails im Entwurfs-Ordner aber permanent im Menü der Browseroberfläche angezeigt wird, würde ich den Weg über die Filterregel gehen.
Mögliche Kritikpunkte an dem Programm sind der experimentelle Status, der sich darin auswirken kann, dass das Programm eines Tages nicht mehr funktioniert, weil Google den Zugang sperrt oder einfach Änderungen am System vornimmt. Grundsätzlich ist die Nutzung von GMail als Festplatte ja nicht unbedingt von Google vorgesehen worden. Manche werden sich auch daran stören, dass das Dateisystem auf weniger als 65 Zeichen beschränkt ist. Ansonsten eigentlich eine nette Alternative, wenn man keine Lust hat sich bei einem neuen Anbieter zu registrieren.

Die zweite Möglichkeit Google-Mail als Festplatte zu nutzen ist nur für Firefox-Nutzer verfügbar, denn es handelt sich um ein Browserplugin. Gspace funktioniert im Prinzip ähnlich wie GMail-Drive, nur dass man eben über Firefox auf seine Dateien zugreift. Entweder kann man über das Symbol in der Statusleiste ein kleines Upload-Fenster öffnen

oder man öffnet ein separates Fenster über das “Extras”-Menü. Dort ähnelt das Erscheinungsbild von Gspace dann einem FTP-Programm oder eben dem Windows Explorer. Links werden die Dateien auf der Festplatte angezeigt, rechts der Online-Speicher von Google-Mail. Vorteilhaft ist auch die Transferliste, so können mehrere Dateien gleichzeitig hochgeladen oder eine Warteschlange angelegt werden. Grundsätzlich sollten die Dateitransfers aber bei beiden Lösungen nicht übertrieben werden, sonst kann es vorkommen, dass das Google-Mail-Konto für 24 Stunden gesperrt wird und man sich auch nicht mehr zum Lesen von E-Mails einloggen kann.

Persönlich finde ich die beiden Lösungen zwar ganz praktisch und gut ausgedacht, aber mir ist mein E-Mail Account zu wichtig um eine eventuelle Sperrung oder einen Ausfall zu riskieren. Bislang wurden zwar noch keine größeren Probleme bei der Nutzung der Programme bekannt, aber zeitweise musste nach Anpassungen von Google auf ein Update gewartet werden, um sich wieder über die GMail-Drive- oder Gspace-Oberfläche einloggen zu können. Wenn man also nicht gerade eine größere Anzahl an Dateien online abspeichern will, sollte man vielleicht doch zur etwas umständlicheren, manuellen Lösung greifen und einfach selbst eine E-Mail mit Anhang erstellen! ;-)

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Ein Kommentar zu “Google Mail als Online-Speicher nutzen”

  1. Carsten 07 Jun 2008 um 00:29 1

    Danke für die ausführliche Beschreibung.
    Ich sehe jedoch bei dem Angebot an Onlinefestplatten Anbietern keinen Grund, das eventuelle Risiko des Sperrens meines Emailaccounts in Kauf zu nehmen. Zudem sind Lösungen wie humyo, oder skydrive meines Erachtens wesentlich kompfortabler zu bedienen.

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