Mai30
Kostenloser Speicherplatz im Netz
Eigentlich wollte ich vor ein paar Tagen auch ein paar Zeilen zu dem kostenlosen, 5GB großen Online-Speicherplatz schreiben, den Microsoft seit dem 22. Mai auf Windows Live SkyDrive anbietet. Erstens haben das aber schon genug andere getan und zweitens bin ich auf viele interessante Alternativen aufmerksam geworden. Also gibt es an dieser Stelle, neben den paar Zeilen zu Windows Live SkyDrive, auch eine Liste mit 7 anderen Anbietern, die ebenfalls viele tolle Features bieten!

Da ich niemandem meine Wertung aufdrängen will, ordne ich die Liste alphabetisch und ihr könnt euch euren eigenen Favoriten raussuchen!
Bei ADrive.com gibt es sogar 50GB kostenlosen Online-Speicherplatz und die Größe der einzelnen Dateien ist nicht beschränkt. Wie man auf dem Screenshot sieht, ist die Benutzeroberfläche sehr einfach und übersichtlich gehalten. Der Datei-Upload erfolgt über ein Java Interface und ging bei meinen Tests außerordentlich schnell vonstatten. Auf die gleiche Weise erfolgen auch die Downloads. Neben dem Upload vom Computer gibt es auch noch den “Remote-Upload” mit dem sich Dateien von beliebigen Internetadressen speichern lassen. Cooles Feature!
Die Anzahl der anlegbaren Ordner ist nicht beschränkt, allerdings konnte ich keine Funktion entdecken, um diese freizugeben. Bei einzelnen Dateien funktioniert das Freigeben ganz einfach per Klick auf “Share”. Natürlich können auch mehrere Dateien auf einmal ausgewählt werden. Jede Datei bekommt aber trotzdem einen eigenen Link, über den sie öffentlich herunterzuladen ist. Zum Test habe ich den Screenshot von ADrive.com freigegeben.
DivShare stellt 5GB kostenlosen Online-Speicherplatz zur Verfügung und hat sich das Ziel gesetzt, den Austausch und das Präsentieren von Dateien zu vereinfachen. Videos können beim Upload automatisch in das Flash-Format konvertiert und mittels eigenem Code überall eingebunden werden. Genauso einfach werden aus einzelnen Fotos Diashows und Audiodateien können zu Playlisten zusammengefasst und präsentiert werden. Interessant ist das DivShare WordPress Plugin, welches es direkt aus dem Backend beim Schreiben eines Beitrags ermöglicht, Dateien bei DivShare zu speichern und im Blogbeitrag einzubinden. Dadurch sollen Blogger mit wenig eigenem Speicherplatz oder Traffic-Beschränkungen entlastet werden. Finde ich eine tolle Sache!
Hier habe ich zum Test mal eine Diashow meiner Screenshots eingebunden:
Der Datei-Upload erfolgt bei DivShare entweder über ein Upload Formular, was natürlich nicht zu empfehlen ist, da man jede Datei einzeln auswählen muss, oder über einen neueren “Drag-and-Drop Uploader”. Dieser ist sehr bequem und problemlos zu nutzen. Die Uploads gehen ebenfalls sehr schnell vonstatten und anschließend bekommt man auch gleich mehrere Möglichkeiten gezeigt, wie man die hochgeladenen Dateien einbinden und seinen Freunden präsentieren kann. Wenn man kein Passwort vergibt, sind die Dateien bei DivShare auch sofort öffentlich einsehbar. Das “Share” im Namen ist Programm! Pro Uploadvorgang können übrigens maximal 200MB hochgeladen werden, somit ist auch die Dateigröße beschränkt.
Weniger gut gefallen mir die meist sehr bunten Blinkebanner direkt im Blickfeld, da ist die AdSense-Einblendung bei ADrive viel unauffälliger. Eine Funktion um mehrere Dateien gleichzeitig herunterzuladen konnte ich auch noch nicht entdecken, aber für die persönliche Nutzung als Backup-Datenspeicher ist DivShare eben eindeutig nicht vorgesehen.
Ein ähnliches Konzept scheint eSnips zu verfolgen. Dort erhält man ebenfalls 5GB kostenlosen Speicherplatz und gleich eine Art “Community-Account” dazu. Bereits auf der Startseite werden einzelne “Communties” verlinkt, darunter zum Beispiel “Humour”, in der sich lustige Videos und Fotos von anderen Mitgliedern finden. Anscheinend gibt es auch Communities für einzelne Musikrichtungen, wie Rap oder Electronic.
Das Layout der Seite ist übersichtlich, aber gelegentlich stechen die Werbebanner sehr ins Auge. Das Hochladen von Dateien ist bei eSnips sogar auf drei Wegen möglich: Neben dem altbekannten Dateiauswahl-Formular und einem komfortablen Flash-Uploader wird auch eine Toolbar für Internet Explorer und Firefox angeboten, die ähnlich wie bei ADrive auch das Speichern von Dateien aus dem Internet ermöglicht. Die Dateigröße ist auf 100MB beschränkt, gepackte Dateiarchive wie ZIP und RAR dürfen maximal 50MB groß sein. Nach dem Upload werden wie bei DivShare sofort Möglichkeiten angeboten, die hochgeladenen Dateien woanders per Widget einzubinden, mit der Community zu teilen oder anderweitig zu präsentieren. Das Herunterladen ist auch hier nicht so einfach, beziehungsweise nur einzeln möglich.
Möchte man einen neuen Ordner erstellen, kann man zuerst wählen, ob der Ordner öffentlich, für bestimmte Leute oder nur für sich selbst zugänglich sein soll. Hervorragend ist, dass für jeden öffentlichen Ordner eine eigene URL bestimmt werden kann. Meine Screenshots finden sich zum Beispiel unter einer relativ einfach zu merkenden Adresse. Möchte man über Änderungen in einem Ordner informiert bleiben, steht sogar ein eigener RSS-Feed zur Verfügung. Um das spätere Wiederauffinden zu erleichtern, können sowohl für Ordner als auch Dateien noch zusätzlich Tags (Stichwörter) vergeben werden.
humyo.com stellt seinen Nutzern 30GB kostenlosen Online-Speicherplatz zur Verfügung und scheint mir von allen bisher genannten Anbietern das schlüssigste Konzept zur Verfügung zu stellen. Der Dienst richtet sich nämlich sowohl an Privatanwender als auch an Community-Freunde, was sich im Prinzip und in der alltäglichen Praxis sicher nicht gegenseitig ausschließt. Die Oberfläche ist sehr übersichtlich und bisher habe ich noch keinen einzigen Werbebanner entdeckt. Manche wird ebenfalls freuen, dass der Dienst komplett auf Deutsch verfügbar ist!
Bedienen kann man humyo genauso wie man es auch offline gewöhnt ist. Mit einem Rechtsklick öffnet sich ein Kontextmenü mit Hilfe dessen man zum Beispiel einfach neue Ordner erstellen oder verlinken kann. Meine bisher schon zu Demonstrationszwecken genutzten Screenshots habe ich so innerhalb von 10 Sekunden freigegeben. Der Upload kann bequem per Drag and Drop, aber auch per Auswahlformular erfolgen. Großes Highlight ist aber der humyo Desktop Client! Mit Hilfe dieses Programms kann man auf den Online-Speicherplatz von humyo wie auf ein eingebautes Laufwerk zugreifen und seine Dateien auch zwischen verschiedenen Computern automatisch synchronisieren! Leider ist der Desktop Client nur für 2 Wochen kostenlos, wenn man ihn danach weiter benutzen will, muss man für einen Premium Zugang bezahlen. Das Premium-Upgrade erhöht den Speicherplatz auf 100GB und ermöglicht die SSL-Verschlüsselung der Dateitransfers mit 256-bit. Außerdem werden bei Dateifreigabe keine Hinweise mehr auf humyo.com eingeblendet und man erhält die Möglichkeit mit Kollegen und Freunden zusammen an Dateien zu arbeiten. Im ersten Jahr verlangt humyo 38 Euro für diesen Service. Anschließend werden 50 Euro jährlich fällig. Aber das kostenlose Angebot von humyo ist auch ohne Desktop Client äußerst attraktiv, nicht zuletzt wegen der einfachen und leicht verständlichen Bedienung sowie der Werbefreiheit!
The Linkup war früher auch unter dem Namen MediaMax bekannt. Geboten werden 25GB kostenloser Online-Speicherplatz, bei einer maximalen Dateigröße von 2GB. Das Design ist äußerst übersichtlich und modern. Noch befindet sich auf den Seiten von “The Linkup” erfreulicherweise keine Werbung, aber die Upgrade Angebote lassen vermuten, dass sich das bald ändern wird. Das kleinste Paket für 5,95$ im Monat bietet als einzigen Vorteil nämlich Werbefreiheit. Beim Power-Paket für 11,95$ bekommt man dann schon 75GB Speicherplatz geboten. Dieser lässt sich bei “The Linkup” bis auf unglaubliche 2,5TB steigern.
Aber zurück zum kostenlosen Angebot. Das Hochladen von Dateien ist auch bei “The Linkup” auf drei Wegen möglich. Formular, Java-Interface (Drag & Drop). sowie ein spezielles Programm (bisher nur für Windows) stehen zur Auswahl. Letzteres ist allerdings sehr simpel gehalten und keinesfalls mit Lösungen wie dem Desktop Client von humyo zu vergleichen. Trotzdem funktioniert auf der Webseite alles reibungslos und die Benutzeroberfläche lässt keine Wünsche offen. Man kann sowohl einzelne Dateien als auch Ordner freigeben und sogar auswählen wie lange und für wen dies geschehen soll. Wahrscheinlich werden auch aus diesem Grund bei jeder neuen Freigabe neue URLs erstellt. Wer mutig oder besonders vertrauensselig ist, kann die Besucher seines Ordners sogar eigene Dateien hochladen lassen.
Schließlich bin ich bei der Windows Live SkyDrive angelangt, die 5GB kostenlosen Online-Speicherplatz bietet. Die maximale Dateigröße ist auf 50MB begrenzt, was in diesem Vergleich das geringste Limit ist. Eine weitere Einschränkung erwartet Firefox-Nutzer. Das Hochladen von Dateien ist bei Firefox nur über ein Auswahlformular mit 5 Feldern möglich. Wer viele Dateien auf einmal hochladen möchte, ist also quasi gezwungen den Internet Explorer zu verwenden und sich das SkyDrive-Uploadtool zu installieren. Nach der Installation dieses Programms funktioniert das Hochladen mit dem Internet Explorer dann auch per Drag & Drop.
Gut hingegen gefällt mir die übersichtliche und sofort verständliche Oberfläche. Sobald die Dateien einmal hochgeladen sind, kann man sie bequem verwalten. Wie bei eSnips kann schon bei der Erstellung eines Ordners ausgewählt werden, für wen dieser sichtbar sein soll. Vorhandene Kontakte aus dem Adressbuch können direkt markiert werden, für neue E-Mail-Adressen steht ein Eingabefeld bereit. Bei der Freigabe für ausgewählte Benutzer kann man noch zwischen reinen Lesern und Editoren, die bemächtigt sind Dateien zu ändern oder hinzuzufügen, unterscheiden. Wie immer habe ich meine Screenshots in einem Ordner zur Ansicht bereitgestellt. Widgets zur Einbettung gibt es nicht direkt, meiner Ansicht nach würde die Bezeichnung “Buttons” ganz gut zutreffen.
Folgende Anbieter konnte ich leider noch nicht persönlich testen, da sie sich noch im Entwicklungsstadium befinden und Neuanmeldungen nur begrenzt zulassen.
Wuala geht das Thema Online-Speicherplatz völlig neu an. Anfangs bekommt man nur 1GB, aber man kann seinen lokalen Speicherplatz auf der Festplatte gegen Online-Speicherplatz tauschen. Die Erfinder wollen durch dieses Konzept “brachliegende Ressourcen” nutzen. Insgesamt bekommt man als einzelner dadurch nicht mehr Speicher, aber durch Wuala soll die Qualität des Speichers erhöht werden, indem man ihn von jedem Ort der Welt aus nutzen kann. Ob dieses Konzept zusagt, muss jeder selbst entscheiden. Mehr Informationen über die Hintergründe und die Funktionsweise gibt es auf der Webseite von Wuala.
Ich habe mich auch für die Alpha angemeldet, aber leider bislang keine Einladung zum Testen bekommen. Andere Blogger konnten hingegen schon erste Erfahrungen sammeln und haben bereits über Wuala berichtet.
Ich muss zugeben, nachdem ich das Video auf der Webseite von Dropbox angeschaut habe, fasziniert mich dieses Konzept am meisten. Diese Liste zeigt ja, dass man Speicherplatz im Internet fast an jeder Ecke bekommt. Das wichtigste Kriterium bleibt jedoch wie man den Speicherplatz nutzen kann. Problemlose und einfache Synchronisation zwischen mehreren Computern und verschiedenen Dateiversionen scheint bei anderen Nutzern genau wie bei mir oberste Priorität zu haben. Und genau das will Dropbox, ähnlich wie humyo.com, bieten. Allerdings verstehe ich noch nicht so ganz, wieso Dropbox gerade so gehypt wird, obwohl humyo im Prinzip die gleichen Features bietet!?
Zur Zeit befindet sich Dropbox noch im Beta-Stadium und nur eine beschränkte Anzahl an Testern erhält 5GB Speicherplatz zum Ausprobieren. Für den normalen Betrieb ist allerdings nur kostenloser Speicherplatz von einem Gigabyte geplant, wer mehr haben will muss auch für Dropbox zahlen. Natürlich ist es reizvoller sofort eine gut funktionierende Software nutzen zu können, wenn auch nur mit einem Gigabyte Speicherplatz, als dreißig Gigabyte ausschließlich über ein Webinterface zur Verfügung zu haben und für die Nutzung der Software zahlen zu müssen (humyo). Da die Preise für Dropbox aber noch nicht feststehen, kann man auch noch keinen vernünftigen Vergleich ziehen.
Erste Erfahrungsberichte zu Dropbox kann man schon bei netzwertig.com und superdeluxe.ch lesen.
Der letzte Eintrag im Blog von Dropbox hat mich allerdings etwas stutzig gemacht. Die Entwickler berichten darüber wie und für was die Tester Dropbox bisher nutzen. Als Beispiele werden die Speicherung von Chatlogs und eingehenden Faxen genannt. Diese Berichte lassen ja darauf schließen, dass sich die Entwickler die gespeicherten Daten anschauen und analysieren. Mir persönlich würde das später als zahlender Nutzer nicht sonderlich gefallen, wenn ich wüsste, dass der Anbieter meiner Speicherplatzlösung Zugriff auf meine Daten hat. In Verbindung mit ADrive habe ich auch schon gelesen, dass sich der Anbieter vorbehält die hochgeladenen Dateien zu prüfen und man deshalb keine persönlichen Daten bei ADrive speichern sollte. Wenn das bei allen Anbietern so gehandhabt wird und technisch nicht zu umgehen ist, schwindet mein Interesse an der Nutzung von Online-Speicherplatz-Angeboten schon merklich. Wobei vollkommene Datensicherheit eindeutig eine Illusion ist…
Nach diesem Test habe ich jetzt insgesamt 120 GB Speicherplatz zur Verfügung und bin damit für die nächste Zeit sicherlich erstmal ausreichend versorgt. ![]()
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5 Kommentare zu “Kostenloser Speicherplatz im Netz”
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Denis L. 31 Mai 2008 um 08:50 1
Hatte mich letztens schon bei Sky Drive angemeldet, aber irgendwie hat mich da was abgeschreckt. Wollte nur ab und an mal Sicherungsdateien hochladen. Am besten gefällt mir ADrive nach Deiner Beschreibung…
Aber sehr schöner Vergleich, danke.
DonRivas 02 Jun 2008 um 11:45 2
Hallo
Sehr übersichtlicher Beitrag!
Ich habe noch ein paar Einladungen für Wuala übrig, wenn du daran interessiert bist, melde dich einfach bei mir.
Matthias 02 Jun 2008 um 11:57 3
Ich habe eine Minute nach Deinem Kommentar eine Einladung bekommen und vermute jetzt einfach mal, dass die von Dir ist!? Vielen Dank! Echt super, ich werde dann nach dem Testen nochmal ausführlicher über Wuala schreiben…
Sicherheit im Internet auf Reisen - Backpacking in Australien 08 Sep 2008 um 21:20 4
[...] noch gelegentlich auf CDs brennen und Richtung Deutschland schicken. Zuerst wollte ich mir einen Online-Speicherplatz zulegen. Jedoch ist der Upload in Australien oft so langsam, dass ich keine Lust habe, Stunden im [...]
Franz 01 Okt 2008 um 22:45 5
Danke für deine Berichte, sehr attraktiv gestaltet, hoffe ich finde den richtigen unter den von dir genannten